» Wer die verschiedenen musikalischen oder technischen Aspekte nicht kennt, kann sie weder bewusst hören noch in einem Video erkennen. Somit ist es auch nicht möglich, sie zu erlernen und ins eigene Spiel zu integrieren. «
Zusammenfassung
Gitarrespielen verbindet Motorik, Kognition und Emotion. Musik beginnt im Kopf: Bereits vor dem ersten Anschlag entsteht die Klangvorstellung.
Mögliche Lernwege sind strukturierter Unterricht, autodidaktisches Lernen, das kreativ, aber auch fehleranfällig ist, sowie flexibles E-Learning. Ein Lehrer kann auch als reiner Berater fungieren.
Melodien sollten nicht Note für Note, sondern in Phrasen gelernt werden, ähnlich wie Wörter in einer Sprache. Diese Abschnitte sollten zunächst einzeln automatisiert und anschließend zusammengesetzt werden. Das mentale Training (Vorstellen, Singen, Sprechen) ergänzt das Üben am Instrument.
Drei Übungsphasen:
Fingersatz planen
Durch Wiederholung automatisieren und
Verinnerlichen und emotional gestalten
Die Begleitung besteht aus Bass, Nachschlägen und Verzierungen, die die Melodie ergänzen, ohne sie zu imitieren. Eine gute Begleitung klingt auch alleine überzeugend.
Akkordwechsel: Langsam spielen, schnell umgreifen – zunächst in Zeitlupe und „trocken” üben, bis die Finger wie von selbst laufen.
Gitarre spielen – ein Wunderwerk der Koordination
Noten/Tabulaturen in Bewegung umsetzen
Beim Gitarrenspiel werden Noten oder Tabulaturen in spezifische Bewegungsabläufe umgesetzt: Welcher Finger der Greifhand greift welche Saite in welchem Bund? Welcher Finger der Anschlaghand bringt sie zum Klingen?
Diese komplexe Abfolge wird durch die richtige Gitarrentechnik übergeordnet strukturiert und in eine Planungsphase überführt, die präzise Bewegungsmuster (Feinmotorik) für beide Hände festlegt.
Zeit und Rhythmus
Die Länge des Tones, basierend auf dem Notenwert oder rhythmischen Aspekten, wird in eine Vorstellung des musikalischen Zeitraumes übertragen. Diese innere Vorstellung wird durch die Bewegung der Finger in ein Zeit- oder Taktgefühl umgesetzt, das den musikalischen Ablauf und das Timing bestimmt.
Bevor der Ton erklingt
Musik beginnt im Kopf - in der Erwartung. Noch bevor eine Saite angeschlagen wird, geht die Planungsphase in die Programmierungsphase über: Fortgeschrittene Musiker greifen auf bekannte musikalische und technische Strukturen zurück, kombinieren sie und passen sie neu an. Anfänger müssen diese Fähigkeiten erst entwickeln.
Auch wie der Ton letztendlich klingen soll, wird vor dem Anschlag mental festgelegt. Je genauer die Klangvorstellung ist, desto besser können musikalische Nuancen bewusst gestaltet werden. Beim Spielen werden zusätzlich feinmotorische Sinneseindrücke wahrgenommen, die zur Bewegungssteuerung beitragen.
Emotion und Klang
Die emotionale Einfärbung des Klanges entsteht intuitiv und wird von der inneren Stimmung beeinflusst - noch bevor der erste Ton erklingt.
Wie lernen?
» Der Lehrer betreut den Schüler auf dem Weg zum gemeinsam festgelegten Lernziel. «
Lernen mit dem Lehrer
Der Lehrer betreut den Schüler auf dem Weg zum gemeinsam festgelegten Lernziel. Zu Beginn wird der Stand der Fähigkeiten (Level) des Lernenden ermittelt, um dann eine geeignete Methode auszuwählen, die den gewünschten Lernerfolg in absehbarer Zeit ermöglicht.
Der Unterricht kann nach Gehör oder mit Noten erfolgen und durch Lehrbücher oder Online-Lektionen unterstützt werden, entweder in Präsenz oder online.
» Autodidaktisches Lernen … kann leichter zu kreativen Prozessen führen. «
Autodidaktisches Lernen
Autodidaktisches Lernen entwickelt oft eine starke, eigenständige Lernmotivation und kann leichter zu kreativen Prozessen führen. Bei realistischer Selbsteinschätzung können Tutorials, Lehrbücher oder Spielliteratur gezielt eingesetzt werden, um Techniken oder Stücke selbstständig zu erarbeiten.
Selbst gewählte Lernwege bieten viel Freiheit, bergen aber auch die Gefahr von Fehlentwicklungen, die auch zu unerwarteten Abbrüchen führen können. Wenn etwas nicht funktioniert, kann es vereinfacht angepasst oder weggelassen werden.
E-Learning
Online-Lektionen und Lernvideos (Tutorials) ermöglichen das flexible Erlernen von Inhalten oder Techniken über das Internet - mit Computern, Tablets oder Smartphones.
Rolle des Lernberaters
Beim Selbstlernen und E-Learning kann ein Lehrer als Berater oder Coach hinzugezogen werden. Er steht für Fragen zur Verfügung, überprüft das Gelernte und gibt Anregungen zur Weiterentwicklung. Solche Treffen können regelmäßig oder einmalig stattfinden.
Wie lernt man ein neues Musikstück?
Wenn man ein neues Stück lernt, kann es verlockend sein, es von Anfang bis Ende durchzuspielen und es auch so zu üben.
Das kann aber auch kontraproduktiv sein, weil man sich zu viel auf einmal vornimmt.
Es ist besser, die einzelnen Abschnitte oder Teile so lange zu üben, bis sie automatisiert sind (d.h. „wie von selbst gehen“), und sie erst dann zusammenzusetzen.
Es kann auch sinnvoll sein, einzelne Abschnitte oder Teile in einer anderen Reihenfolge als im Stück zu lernen. Zum Beispiel, wenn eine schwierige Einleitung oder ein schwieriger Teil zuletzt gelernt werden soll, nach den einfacheren Teilen.
Jeder Teil sollte gleichmäßig im langsamen Tempo gespielt werden können, bevor das Tempo erhöht wird und die Teile in der richtigen Folge zusammengesetzt werden. Es ist auch hilfreich, das Einhalten des Tempos mit einem Metronom zu üben. Bei tänzerischen Stücken ist es auch wichtig, den Groove mit dem Fuß mitzuklopfen und so zu unterstützen.
Wie lernt man eine Melodie?
Wie in der Sprache lernt man nicht Buchstaben, sondern Wörter oder ganze Sätze auswendig und versucht, den Sinn der Sätze zu verstehen. Ähnlich wie bei einem Gedicht kann man zunächst Strophe für Strophe oder vielleicht auch Zeile für Zeile lernen und dann zusammensetzen.
Übertragen auf die Musik heißt das: nicht Noten, sondern Phrasen auswendig lernen. Einerseits die Technik durch Üben automatisieren und andererseits die Musik gehörmäßig erfassen. Das Gehörmäßige Erfassen kann durch Nachsingen (so gut es geht) oder auch Nachsprechen (rhythmische Aspekte) besser nachvollzogen werden und so nicht nur „auswendig“ sondern „inwendig“ gespielt werden.
Melodie in Phrasen aufteilen
Beim Erlernen einer Melodie sollten musikalische und technische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden. Dies kann durch das Üben von überschaubaren ein- oder zweitaktigen Phrasen erreicht werden. Da eine Phrase auf- oder volltaktig sein kann, sollte dies berücksichtigt werden und nicht einfach vom Taktanfang bis zum Taktende geübt werden.
» Auftakte berücksichtigen: Nicht einfach vom Taktanfang bis zum Taktende üben. «
Der Baustein oder das Element Phrase ist sehr nützlich, um eine Melodie zu lernen. Es ist nicht so wichtig, eine Phrase „richtig“ zu erkennen oder einzugrenzen, als danach zu suchen. Später, wenn die Melodie zusammengesetzt und ganzheitlich erfasst wird, kann sich auch der Höreindruck verändern. Ähnlich wie beim Hausbau, wenn der einzelne Baustein des Hauses im Gesamtbild schließlich unbedeutend wird.
» Das Üben beginnt mit dem Wiederholen. «
Phrasen üben
Das Üben beginnt mit der Wiederholung. Eine möglichst fehlerfreie Wiederholung setzt natürlich ein flüssiges und fehlerfreies Spiel vor der Wiederholung voraus. Mehr als vier unmittelbare fehlerfreie Wiederholungen sind dann nicht erforderlich. Die Phrasen können aber mehrmals wiederholt werden, sowohl in der gleichen Übungseinheit am gleichen Tag. Wichtig ist die Wiederholung an den folgenden Tagen, um Fortschritte zu erzielen.
» Vom wiederholten Durchspielen wird abgeraten, wenn die einzelnen Phrasen nicht flüssig und fehlerfrei gespielt werden können. «
Durchspielen von Anfang bis Ende
Das Durchspielen der Noten von Anfang bis Ende verschafft einen Überblick. Durch mehrmaliges Durchspielen werden die „leichten“ Passagen immer besser und die „schwierigen“, die nicht flüssig und fehlerfrei gespielt werden können, im Verhältnis zueinander immer schlechter. Vom wiederholten Durchspielen wird abgeraten, wenn die einzelnen Phrasen nicht flüssig und fehlerfrei gespielt werden können.
Beim Versuch, die Noten auf Anhieb flüssig zu spielen, werden an den „schwierigen“ Stellen oft Fehler gemacht, und sei es „nur“, weil das Spiel ins Stocken gerät. Dies ist beim wiederholten Spielen verhängnisvoll und kann sich letztlich auch auf den späteren Vortrag auswirken.
Basismelodie
Die Basismelodie ist eine Melodie als Ausgangspunkt für das Spiel ohne „Zutaten“: Verzierungen, Umspielungen, Varianten etc. Diese sollten dann nach den eigenen technischen und musikalischen Möglichkeiten ergänzt bzw. eingesetzt werden.
Hören und Mitspielen
Das gleichzeitige Hören und Spielen einer Melodie ist Teil des Lernens und erfordert einen technisch automatisierten Ablauf, auch wenn eine Melodie zur Begleitung gespielt wird.
Mentales Training
Die Phrasen können nicht nur auf dem Instrument gespielt werden, sondern auch in der Vorstellung, möglichst „weit weg“ vom Instrument. Mit etwas Übung lassen sich beim „Auswendiglernen“ Lücken besser finden und erkennen als beim Spielen auf dem Instrument.
Wie werden Melodiephrasen geübt?
In der Musik ist eine Phrase eine Gliederungseinheit, die aus einer Melodie, einem Teil oder einem Abschnitt besteht. Das Einstudieren von Melodiephrasen kann in drei Phasen unterteilt werden, wobei sich jede Phase mit der vorhergehenden oder nachfolgenden Phase überschneiden kann.
Phase 1
Noten/Tabulatur umsetzen oder planen
Bei der Umsetzung der Noten/Tabulatur auf der Gitarre ist der Fingersatz eine Art Wegweiser oder Leitfaden. Wer wenig Erfahrung mit dem Musikstil und der entsprechenden Spieltechnik hat, sollte unbedingt dem Fingersatz folgen.
Ist der Fingersatz unvollständig oder nicht vorhanden, sollte er zunächst geplant werden. Bei fehlender Erfahrung ist das „Bauchgefühl“ gefragt.
Bei Melodiephrasen wird zuerst die Greifhand geplant bzw. der Fingersatz ausgeführt. Bei der Erarbeitung der Greifhand kann die Anschlagshand zunächst vernachlässigt werden. Sie sollte dann aber als Vorbereitung für die nächste Phase möglichst mit dem vorgegebenen Fingersatz ausgeführt und mit der Greifhand koordiniert werden.
Mehr über Fingersatz
Schwierige Stellen können als Vorübungen aufgefächert und vorab als Akkordfolge oder Tonleiter für die Greifhand oder als Pattern für die Anschlaghand aufgeteilt werden.
Spiele die Melodiephrasen in langsamem Tempo, so dass jede Bewegung bewusst gesteuert und kontrolliert werden kann. Füge dann die einzelnen Bewegungselemente zu einem Bewegungsablauf zusammen. Kontrollierte und automatisierte Bewegungen werden in verschiedenen Hirnregionen gespeichert. Die zeitliche Koordination erfolgt dann wieder woanders.
Phase 2
Auswendig lernen und automatisieren
Die Melodiephrase sollte als Vorlage fehlerfrei, langsam und flüssig gespielt werden können. Durch Wiederholung und langsame Temposteigerung wird sie so lange geübt, bis die Finger wie von selbst laufen und die Phrase auswendig gespielt werden kann. Üben beginnt mit Wiederholen!
Die Hörbeispiele (Audiodateien) können einerseits einen ganzheitlichen Höreindruck vermitteln und andererseits als Ausgangspunkt für spätere Wiederholungen als Schleife (Loop) dienen. Mit den Klicks als Vorzähler können die Melodiephrasen mitgespielt und verglichen werden. Der rhythmische Aspekt (Melodierhythmus) kann nach Gehör erfasst und geübt werden.
Aus der Hirnforschung wissen wir, dass das Geübte zunächst im Kurzzeitgedächtnis zwischengespeichert wird und erst während des Schlafes im Langzeitgedächtnis abgelegt und die Synapsen verknüpft werden (vereinfacht ausgedrückt). Es dauert also mehrere Tage, bis das Geübte automatisiert abgerufen werden kann.
Phase 3
Mentales Üben, Verinnerlichung und emotionale Einfärbung
Die einfachste Form des mentalen Übens besteht darin, sich die Melodie innerlich vorzustellen oder ablaufen zu lassen. Praktisch kann die Melodie gesungen (gesummt) oder gesprochen werden. Neben der klanglichen Vorstellung können auch Akkorde als Griffbilder oder Fingersätze als Bewegungsabläufe ohne Instrument mental geübt werden.
Der rhythmische Aspekt (Rhythmus der Melodie, Rhythmus der Bassstimme usw.) kann durch rhythmisches Sprechen und gleichmäßiges metronomisches Klopfen mit dem Fuß oder der Hand geübt und verinnerlicht werden. Der Rhythmus wird gesprochen und das Metrum (Timing) geklopft und so als Bewegungsablauf gespeichert. Wie genau in einem Takt geklopft wird, hängt von der Art des Stückes (Groove) ab. So können Viertel, Halbe, punktierte Halbe oder auch Kombinationen geklopft werden. Auf jeden Fall sollte am Anfang langsam geklopft werden, eventuell in Achtel- oder Viertelbewegungen unterteilt.
Zur Verinnerlichung gehört auch das Gestalten einer Melodie, die so in die eigene Vorstellung umgesetzt werden kann. Artikulation ( Akzentuierungen, kurz oder lang gespielte Töne etc.), Phrasierung, Vibrato oder auch rhythmische Dehnungen oder Verdichtungen ("laid back") können eingebaut oder ausprobiert werden.
Die emotionale Einfärbung ist am einfachsten zu verstehen, wenn man versucht, einmal mit Gefühl und einmal ohne Gefühl zu spielen. Man kann es auch sehr gut an der Sprache nachvollziehen: ein Wort mit Gefühl oder ohne Gefühl (emotionslos) aussprechen.
Wie werden Akkordwechsel geübt?
Methode des Umgreifens
Bei einem Akkordwechsel gibt es grundsätzlich zwei mögliche Bewegungsabläufe, den Griff- und den Positionswechsel. Wenn ein Akkordwechsel sowohl einen Griff- als auch einen Positionswechsel erfordert, sollten diese zunächst getrennt geübt werden, bevor sie gleichzeitig zusammengesetzt werden.
Griffwechsel in einer Position
vertikale Fingerbewegung
Umgreifen in einer Lage
Beispiel: Grundakkorde / Barréakkorde in einer Lage mit verschiedenen Grifftypen
Positionswechsel ohne Griffwechsel
horizontale Handbewegung (mit Daumenführung)
Lagenwechsel ohne Griffwechsel
Beispiel: Barréakkorde mit gleichem Grifftyp in verschiedenen Lagen
Griff- und Positionswechsel
Nacheinander: zuerst vertikale Fingerbewegung und dann horizontale Handbewegung
Gleichzeitig: vertikale Finger- und horizontale Handbewegung
Beispiel: Barréakkorde mit verschiedenen Grifftypen in verschiedenen Lagen / Kombinationen von Grund- und Barréakkorde
Synchronisation von Greif- und Anschlaghand
Je besser die Bewegungsabläufe der Greif- und Anschlaghand automatisiert sind, desto leichter lassen sie sich zusammenführen und zeitlich synchronisieren. Die Bewegungsabläufe sollten langsam ausgeführt werden.
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Stück so langsam wie möglich gespielt werden sollte. Sehr langsam!
Akkorde sollten zuerst in einem langsamen Tempo gespielt werden und das Umgreifen sollte so schnell wie möglich erfolgen. Also langsam spielen und schnell umgreifen!
Griffwechsel bei Grundakkorden
» Die Methode zeigt, wie Akkordwechsel durch effizientes Üben möglichst schnell in die musikalische Praxis umgesetzt werden können. «
Die Bewegungsabläufe sind so zu optimieren, dass die Finger ökonomisch und gleichzeitig zum Ziel bewegt werden. „Ökonomisch” bedeutet in diesem Zusammenhang, den kürzesten Weg mit einer fließenden Greifbewegung auszuführen. „Gleichzeitig” bedeutet, die verschiedenen Finger gleichzeitig in die gleiche oder entgegengesetzte Richtung zu bewegen.
Zunächst werden die Akkorde anhand von Noten, Tabulaturen oder Akkorddiagrammen, die auch als Griffbilder bezeichnet werden, erarbeitet. Griffbilder stellen die exakte Fingerposition auf dem Griffbrett grafisch dar und sind somit eine wertvolle Grundlage für das mentale Training. Bei Bedarf können sie auch selbst aus Noten oder Tabulaturen erstellt werden. Es empfiehlt sich, einen Akkord zunächst gedanklich durchzugehen, die Finger im Geiste auf die richtigen Saiten und Bünde zu setzen und ihn dann physisch zu greifen. Dieses mentale Vorstellen fördert die Konzentration, beschleunigt den Lernprozess und beugt von Anfang an falschen Gewohnheiten vor.
Aus der Akkordfolge ergeben sich die Griffwechsel und damit die Bewegung der Finger von Akkord zu Akkord. Es lassen sich vier Bewegungsformen unterscheiden:
Finger liegen lassen – Beispiel: C – Am
Führungsfinger – Beispiel: D – A7
Im Verbund umgreifen – (gleiche Bewegungsrichtung) – Beispiel: C – G7
Engegengesetzte Bewegungsrichtung – Beispiel: G – Am oder C – G7
Die Finger sollten möglichst nah am Bund greifen, um den erforderlichen Druck gering zu halten und die Beweglichkeit zu erleichtern.
Wenn die Bewegungsabläufe bei einem Akkordwechsel klar sind, werden die Finger einzeln nacheinander bewegt, um ihnen den Weg bewusst zu zeigen. Die Bewegung sollte langsam, geschmeidig und ohne große Ausschweifungen auf dem kürzesten Weg ausgeführt werden.
Nun wird effizient geübt. Dabei wird der kürzeste Weg sowie ein gleichzeitiger Bewegungsablauf angestrebt. In diesem Schritt ist es wichtig, dass die Finger gleichzeitig bewegt werden. Nur so lassen sich Akkordwechsel schnell genug umsetzen, um damit auch musizieren zu können. Übe diese zeitliche Koordination zunächst sehr langsam und automatisiere sie dann über mehrere Tage hinweg.
Beim Erlernen eines Griffwechsels wird zunächst jeder Finger einzeln auf dem kürzesten Weg und mit der kleinstmöglichen Bewegung zum Ziel geführt. Im nächsten Schritt werden diese Bewegungen dann gleichzeitig ausgeführt und automatisiert. Um die Fingerbewegungen zu kontrollieren, sollte der Ablauf sehr langsam, also in Zeitlupe, und „trocken“, das heißt ohne Anschlagen der Saiten, geübt werden. Nach und nach sollten die Finger wie von selbst umgreifen, ohne dass man bewusst nachdenken oder kontrollieren muss.
Praktische Beispiele
Grundakkorde: C – Am
Finger 1 und 2 liegen lassen (rot eingekreist)
Da der Finger 2 nahe beim Bundstab greift, ruscht er beim Am-Akkord etwas weg um Finger 3 den nötigen Platz zu geben.
Finger 1
bewegt sich von der ⑤ Saite im 3. Bund zur ③ Saite im 2. Bund
kürzester Weg und flüssige Bewegung
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
Grundakkorde: D – A7
Führungsfinger 3
Finger 3 fährt ohne Druck und ohne die ⑤ Saite zu verlassen vom 3. zum 2. Bund.
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
Finger 3
bewegt sich von der ① zur ④ Saite
kürzester Weg und flüssige Bewegung
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
zeitliche Koordination
Finger zuerst nacheinander Bewegen – den Weg zeigen
Finger gleichzeitig langsam bewegen und automatisieren
Grundakkorde: C – G7
Finger 2 und 3 im Verbund
bewegen sich zusammen eine Saite tiefer (Finger 1 bleibt liegen!)
kürzester Weg und flüssige Bewegung
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
Finger 1
bewegt sich von der ② zur ② Saite (Finger 2 und 3 bleibt liegen!)
kürzester Weg und flüssige Bewegung
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
zeitliche Koordination
zuerst nacheinander:
Finger 2 und 3 im Verbund dann Finger 1
gleichzeitig:
Finger 2 und 3 im Verbund gleiche Bewegungsrichtung
Finger 1 entgegengesetzte Bewegungsrichtung
kürzester Weg und flüssige Bewegung
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
Grundakkorde: G – Am
Finger 4 weg (abheben)
Finger 2
von der ⑤ zur ④ Saite (Finger 3 bleibt liegen!)
kürzester Weg und flüssige Bewegung
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
Finger 3
von ⑥ Saite im 3. Bund zur ③ Saite im 2. Bund bewegen (Finger 2 bleibt liegen!)
kürzester Weg und flüssige Bewegung
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
Finger 1
greift die ② Saite im 1. Bund
zeitliche Koordination
zuerst nacheinander
Finger 4 weg dann Finger 2 und Finger 3 dann Finger 1 hin
gleichzeitig
Finger 4 weg, Finger 2/3 bewegen und Finger 1 hin
kürzester Weg und flüssige Bewegung
reversible Bewegung – hin und zurück Bewegen
Youtube …?
» Ein menschliches Grundbedürfnis: gehört und gesehen zu werden. «
Jedes YouTube-Video wird seine Gründe haben, warum es hochgeladen wurde und warum es mehr oder weniger gehört und gesehen werden soll.
Will man die Freude am Musizieren teilen, zeigen, dass man es auch kann oder zeigen, wie es geht? Geht es um Selbstdarstellung oder um kommerzielle Interessen?
Es gibt keinen Leitfaden für gute und schlechte Videos. Aus kleinen Fehlern oder grobem Fehlverhalten kann man lernen. Warum jemand, der gerade ein Gitarrenstück gelernt hat, zeigen will, wie es geht, mag gut gemeint sein, aber …
Trotzdem ist bei manchen Videos das Abschalten die einzig richtige Maßnahme!
Um den Überblick nicht zu verlieren, zeigen die folgenden Beispiele die Originalversion - den Autor oder die Quelle des Stückes. Bei den Coverversionen und Tutorials handelt es sich um ausgewählte Beispiele, die auch als mögliche Inspiration zu verstehen sind.
Classical Gas
Classical Gas · Mason Williams
Ausgewählt aus über 100 YouTube-Videos!
Performance
Originalversionen
Mason Williams · Audio 1968
Live-Performance 1968
Mason Williams · 2018
spielt das Intro und spricht über seine Gitarre und sein Stück.
Coverversion
Tommy Emmanuel
Live-Performance 2011
Guitar Lesson · Guitar Tutorial
Carl Brown (2014) · Klassikgitarre
Six String Fingerpicking (2019) · Westerngitarre
André van Berlo (2018)
How To Play… Tommy Emmanuel