Theorie
Im
Gegensatz zur Musikpraxis beschäftigt
sich die Musiktheorie mit Fragen der Harmonie-, Melodie-, Rhythmus-
und Formenlehre.
Weitere Teilgebiete der Musikwissenschaft sind: Notationskunde,
Terminologie, Musikalische Akustik, Instrumentenkunde, Musikpädagogik,
Musikethnologie, Musikstilistiken und Musikgeschichte.
Gitarre
Praktische Stimmethode
Der Stimmwitz
Frage: "Was ist der Unterschied zwischen einem Gitarristen und
einer Gitarre?"
Antwort: "Der Gitarrist stimmt immer und die Gitarre stimmt nie!"
Stimmen nach Gehör
Das Stimmen nach Gehör basieret auf dem Vergleich zweier gleichhoher
Töne auf verschiedenen Saiten. Nachdem die 1. Saite nach dem Stimmton gestimmt
wurde kann die 2. Saite nach der 1., die 3. Saite nach der 2., usw. gestimmt
werden.
Grundsätzlich muss der Stimmton nicht genau eingehalten werden. Wichtig
ist dass die Gitarre in sich stimmt. Wird mit einem anderen Instrument zusammenmusiziert
so müssen diese aufeinander abgestimmt werden.
Erfahrungsgemäß kann am Anfang nur schwer zwischen Klangfarbe und Tonhöhe unterschieden
werden. Dies führt dazu, dass eine dickere und gegriffene Saite - die
etwas dumpfer klingt - verglichen mit einer dünneren Leersaite - die
etwas heller klingt - die Tonhöhe mit der Klangfarbe verwechselt und
der dumpfe Ton als tiefer empfunden wird und so zu Problemen des Stimmens
führen kann.
Je mehr sich die Töne beim Stimmen annähren, umso schwieriger
ist es zu Erkennen, ob der Ton zu hoch oder zu tief ist. Auf jeden Fall
sollten die Töne immer nacheinander angeschlagen werden.
Sind die Töne leicht verstimmt treten sogenannte Schwebungen auf.
An diesen Schwebungen ist dann zu erkennen ob die Töne genau stimmen.
Treten keine Schwebungen mehr auf, so stimmen die Töne so genau, wie
sie mit keinem Messgerät genauer gestimmt werden können.
Durch alte, abgenutzte oder schlechte (billige) Mechaniken können
beim Stimmen weitere Probleme auftreten.
Beim Drehen der Mechanikenknöpfe verändert sich der Ton kaum oder
er springt zu hoch oder zu tief.
Tipp: Das Schmieren der Zahnräder mit Öl oder Fett könnte
helfen!
Einfache Stimmmethode
| 1. Saite im 5. Bund nach Stimmton: Stimmgabel (a1 = 440Hz) |
|
| 2. Saite im 5. Bund nach 1. Leersaite | |
| 3. Saite im 4. Bund nach 2. Leersaite | |
| 4. Saite im 5. Bund nach 3. Leersaite | |
| 5. Saite im 5. Bund nach 4. Leersaite | |
| 6. Saite im 5. Bund nach 5. Leersaite |
Beschreibung aus der Gitarreschule (Lehrbuch) von
F. Carulli (1912):
Das Stimmen der Saiten
|
|
5. A - Saite |
Mittels einer Stimmgabel oder Stimmflöte, welche den Ton A gibt, *) stimme man die 5. Saite auf den Ton A; *) Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Saite der Guitarre
um zwei Oktaven tiefer klingt als das Stimminstrument (Stimmgabel =
a1) angibt. |
| 4. D - Saite | man drücke dann diese A-Saite im 5. Bund auf das Griffbrett
und so hat man den Ton D, mit welchem dann die 4. Saite (D) im Einklang
gestimmt wird. |
| 3. G - Saite | Beim Aufsetzen eines Fingers im 5. Bund auf dieser 4. Saite
bekommt man den Ton G, womit die 3. Saite (G) im Einklang gestimmt wird. |
| 2. H - Saite | Im 4. Bund der 3. Saite findet man den Ton H, nach welchem die 2. Saite (H) gestimmt wird. |
| 1. E - Saite | Im 5. Bund der 2. Saite liegt der Ton E, nach welchem die
1. Saite (E) gestimmt wird. |
| 6. E - Saite | Die 6. Saite (E) wird nun nach dieser 1. Saite, welche
den hohen E Ton gibt, im Einklang gestimmt, jedoch 2 Oktaven tiefer. |
Um zu prüfen, ob man die Guitarre richtig gestimmt hat, greife man dann im 5. Bund auf dieser 6. Saite, wo der Ton A liegt, welcher, wenn man das Instrument genau gestimmt hat, im Einklang mit der 5. Saite sein muß. |
|
Stimmen nach Midi-Files
Die hier angebotene Möglichkeit des Stimmens mit Midi-Files, basiert auf dem einfachen Vergleich gleichhoher Töne.
Flageolett-Stimmmethode
Das Stimmen mit Flageoletttöne (Harmonics) hat verschiedene Vorteile:
- Die Saiten werden direkt miteinander Verglichen, ohne die Saiten zu greifen, und schließt so das Problem der "Bundreinheit" einer Gitarre aus.
- Schwebungen können besser gehört werden.
- Es können mehrere Saiten miteinander verglichen werden
Die "grob" gestimmt Gitarre kann mit der Flageolett-Stimmmethode "feiner" gestimmt werden:
- Flageolettton 5. Bund / 5. Saite
nach Stimmton (a1 = 440Hz) - Flageolettton 7. Bund / 5. Saite
mit Flageolettton 5. Bund / 6. Saite - Flageolettton 5. Bund / 5. Saite
mit Flageolettton 7. Bund / 4. Saite - Flageolettton 5. Bund / 4. Saite
mit Flageolettton 7. Bund / 3. Saite - Flageolettton 7. Bund / 6. Saite
mit 2. Leersaite - Flageolettton 5. Bund / 6. Saite
mit 1. Leersaite
Stimmen mit dem Stimmgerät
Gerade für den Anfänger ist das Stimmgerät eine große
Hilfe.
Der Ton der Leersaite wird visuell mit Zeiger oder LED-Anzeige
dargestellt und kann so einfach und bequem abgelesen und gestimmt werden.
Der Ton H wird - da die Beschriftungen in englisch sind - als B bezeichnet.
Grundsätzlich empfehle ich ein Auto-Chromatisches Stimmgerät.
Diese Stimmgeräten suchen den angeschlagenen Ton automatisch und zeigen
mit einer Genauigkeit von ± 0,5 Cent an.
In der musikalisch Praxis sollte auf ± 3 Cent genau gestimmt werden.
(Halbton = 100 Cent)
Mit der Kalibrierung lässt sich der Stimmton zwischen ca. 435 (415) - 445 Hz festlegen.
Neben dem Stimmen der Gitarre kann das Stimmgerät auch als Hilfe zum Stimmenlernen nach Gehör, oder auch zum Bestimmen der Töne auf dem Griffbrett genutzt werden.
Stimmpfeifen / Stimmflöten
Die im Musikhandel immer noch erhältlichen Stimmpfeifen oder Stimmflöten sind bestimmt die kostengünstigste Stimminstrument, eignen sich aber nur bedingt! Der Klang des geblasenen Tones und der Klang der Saite ist gerade für den Anfänger etwas schwieriger miteinander zu vergleichen. Durch die unterschiedliche Blasstärke kann der Ton etwas höher oder tiefer klingen.
Theoretische Grundbegriffe
Gepflegt ausgedrückt heißt die Standard-Stimmung der Saiteninstrumente auch Accordatura und die Abweichung der Standard-Stimmung: Scordatura (ital. Verstimmung).
Stimmton
Die Stimmgabel ist das geeichte Instrument das den genormten Stimmton erzeugt:
Kammerton a1 = 440 Hz (Hertz)
geforderte Genauigkeit: ± 0,5 Hz
Klangfarbe
Als Klangfarbe wird der unterschiedliche Klang der Musikinstrumente bezeichnet.
Beispielsweise ist der Klang und somit die Klangfarbe einer
Geige etwas schärfer als der Klang einer Gitarre.
Die Klangfarben einer Gitarre wird auch als "Register der Gitarre" bezeichnet:
Anschlag nahe am Steg = harter Klang
Anschlag über dem Schalloch = normaler Klang
Anschlag über dem Griffbrett = weicher Klang
Schwebungen
Schwebungen entstehen durch Überlagerung von Schwingungen annährend
gleicher Tonhöhen (Frequenz).
Dieses Phänomen äußern sich durch "Tonballungen".
Bei geringem Frequenzunterschied als an- und abschwellende
Lautstärke, bei größerem Unterschied als eine Art Vibrato
bis zu zu einer unangenehm empfundenen Rauhigkeit des Klanges.
Bei der Harmonika werden die Töne leicht zueinander Verstimmt und
somit Schwebungen erzeugt. Diese Schwebungen wird als "Schwemmung" bezeichnet
und verleiht dem Instrument einen durchdringendere Lautstärke.
Hat die Harmonika eine zu große "Schwemmung" klingen die
Töne falsch, was nicht von jedem Spieler und Hörer als unangenehm
empfunden wird.
Halbton
Der Halbton oder Halbtonschritt ist das kleinste Intervall unseres Tonsystems.
Ein Halbton entspricht der kleinen Sekunde (b2).
Auf dem Griffbrett hat der Halbton ein Bund Unterschied.
Bei Stimmegeräten wird der Halbton für die Maßeinheit 100
Cent verwendet.
Halbton = 100 Cent
Absolute Tonhöhe
Die absolute Tonhöhe bezeichnet die genaue Oktaveneinteilung der Leersaiten:
| 1. Saite | = e1 (eingestrichenes e) | |
| 2. Saite | = h (b) (kleines h) | |
| 3. Saite | = g (kleines g) | |
| 4. Saite | = d (kleines d) | |
| 5. Saite | = A (großes A) | |
| 6. Saite | = E (großes E) |
Gitarre "nach Noten spielen"
Gitarre "nach
Noten spielen" ist ein multimediales Lehrbuch mit interaktiven
Funktionen.
Lehrgang 1 gliedert sich in einen
theoretischen und einen praktischen Teil. Dieser Lehrgang umfasst von
Grund auf, das Bestimmen der Töne auf dem Griffbrett der Gitarre
und die ausführliche Beschreibung der verwendeten Notenzeichen.
An den
über 50 Übungen soll das Spiel von den Noten, beziehungsweise
das Vom-Blatt-Spiel, gelernt werden.
Fingersatz
Im Fingersatz liegt der implizierte Ausdruck eines Musikstückes. Eindeutigkeit des Fingersatzes und die Darstellung der Bewegungsökonomie sind weitere Aspekte.
Der Fingersatz (engl. fingerring) wird auch als Applikatur bezeichnet. Die folgenden Zeichen und Schreibweisen entsprechen den internationalen Standards.
Finger-Anschlag
Die Anschlagshand ist normalerweise die rechte Hand. Die Finger werden
mit den lateinischen Anfangsbuchstaben bezeichnet. (Sagreras / Pujol / Fernandez-Lavie / Kreidler / Scheit / Ragossnig / Duarte)
| Daumen | p | pollex |
| Zeigefinger | i | index |
| Mittelfinger | m | medius |
| Ringfinger | a | anularius |
| Kleinfinger | c |
Der Kleinfinger wird nur selten verwendet.
Kleinfinger (kleiner Finger = lat. minimus): c (ch)
Die Flamencogitarren-Technik verwendet den Kleinfinger öfters bei den Schlagtechniken (Rasgueado) und bezeichnet ihn mit q (span. menique).
In den alten Lehrbücher werden Kreuze und Punkte verwendet (Carcassi / Teuchert), oder die deutschen Anfangsbuchstaben der Finger (Carulli).
| Daumen | + | d | D |
| Zeigefinger | · | z | Z |
| Mittelfinger | ·· | m | M |
| Ringfinger | ··· | r | R |
Plektrum-Anschlag
Der Anschlag mit dem Plektrum (Flatpick / Pick) wird mit dem Ab- und Aufschlag
bezeichnet.
| Abschlag | engl. downstroke | |
| Aufschlag | engl. upstroke |
Das Ab- und Aufschlagzeichen wird auch für die Klassikgitarre verwendet.
Die Zeichen mit dem Pfeil sind sehr missverständlich. In der Standardnotation und Tabulaturen bedeutet der Aufwärtspfeil ein Abschlag und der Abwärtspfeil ein Aufschlag.
| Abschlag | |
| Aufschlag |
Finger der Greifhand
Die Greifhand ist normalerweise die linke Hand. Die Finger werden mit
arabischen Ziffern bezeichnet.
| Zeigefinger | 1 |
| Mittelfinger | 2 |
| Ringfinger | 3 |
| Kleinfinger | 4 |
Der Daumen wird bei der Klassikgitarre nicht eingesetzt, was durch die
Breite des Griffbrettes (Hals) auch kaum möglich ist. Bei den Akustik-
oder E-Gitarre wird der Daumen verwendet.
Daumen (engl. Thumb): T
Lage der Greifhand
Die Positionierung der Greifhand wird als Lage bezeichnet und mit römischen
Ziffern angegeben.
| 1. Lage | I |
| 2. Lage | II |
| 3. Lage | III |
| 4. Lage | IV |
| 5. Lage | V |
| 6. Lage | VI |
| 7. Lage | VII |
| 8. Lage | VIII |
| 9. Lage | IX |
| 10. Lage | X |
| 11. Lage | XI |
| 12. Lage | XII |
Die Lage wird durch den Finger 1 (Zeigefinger) festgelegt. In der Normalposition
werden die Finger pro Bund aufgesetzt.
Der Daumen, auf der Rückseite des Halses, wird gegenüber dem Finger
2 (Mittelfinger) gehalten.
Beispiel:
| VII | (7. Lage) | |
| Finger 1 | greift im 7. Bund | |
| Daumenposition | Finger 2 | greift im 8. Bund |
| Finger 3 | greift im 9. Bund | |
| Finger 4 | greift im 10. Bund |
Bei einer Streckung (Überstreckung / Spreizung)
oder Zusammenzug wird die Normalposition der Finger verlassen.
Der Begriff der Lage ist in manchen Fällen unzureichend, weil die Position
von Finger 1 und 4 als Streckung und Zusammenzug gedeutet werden kann und
somit die Festlegung der Lage nicht eindeutig ist.
Beispiel: A(dur)-Grundakkord
Finger 1, 2 und 3 greifen alle im 2. Bund
Deutung:
- Finger 1 macht einen Zusammenzug
- Finger 2 ist in Normalposition (1. Lage)
- Finger 3 macht einen Zusammenzug
Betrachtet man die Greifhand ganzheitlich, würde ich die Position des Daumens - gegenüber dem Finger 2 - zur Bestimmung der Lage nehmen.
Barré der Greifhand
Grosser Barrégriff
Grosser Barrégriff (engl. full barre), Quergriff des Zeigefingers (Finger 1) über alle 6 Saiten, wird mit C (span. Ceja = Barré) bezeichnet (Duarte):
CIII = Grosser Barrégriff im 3. Bund
Kleiner Barrégriff
Kleiner- oder Mittlerer Barrégriff (engl. 1/2 barre), Quergriff über 2, 3 oder 4 Saiten, wird mit ½C oder 1/2C bezeichnet:
½CIII = Kleiner Barrégriff im 3. Bund
Internationalen Notenausgaben
In den verschiedenen internationalen Notenausgaben werden folgende Zeichen verwendet:
- Villa-Lobos, Kreidler und Scheit:

= Barrégriff im 3. Bund
- Fernandez-Lavie und Pujol:
B III = Barrégriff im 3. Bund
- Sagreras:
3a----- = Barrégriff im 3. Bund
Saiten
Die Saiten werden mit einer Zahl in einem Kreis dargestellt.
| 1. Saite - e1 | |
| 2. Saite - h | |
| 3. Saite - g | |
| 4. Saite - d | |
| 5. Saite - A | |
| 6. Saite - E |
Tonraum
Ton- und Notennamen
Die Ton- und Notennamen dienen zum Verständnis der gesamten Theorie, der Orientierung auf dem Griffbrett und dem Notenspiel.
Stammtonreihe
Die Stammtonreihe bezeichnet die Töne des Notensystems:
C D E F G A H
Abgeleiteten Töne
Die abgeleiteten Töne werden von der Stammtonreihe abgeleitet. Es
gibt erhöhte und erniedrigte abgeleitete
Töne.
In der Standardnotation werden dafür folgende Zeichen verwendet:
# = das Kreuz erhöht den Ton
b = das Be erniedrigt den Ton
Bei den erhöhten Tönen wird die Silbe -is angehängt:
Cis Dis Eis Fis Gis Ais His
Bei den erniedrigten Tönen wird die Silbe -es angehängt:
Ces Des Es Fes Ges As Bb
Ton- und Notennamen
Als Standard dieser Website gilt die englische Schreibweise. Im Unterricht Verwende ich die englische Schreibweise mit der deutschen Bezeichnung.
Tonbezeichnungen: englisch / deutsch
Der Ton H wird englisch als B und der Ton B als Bb (B flat) bezeichnet. Bei den erhöhten Tönen wird im englischen das Kreuz (# = sharp) und bei den erniedrigten Tönen das Be (b = flat) verwendet.
Die englische Bezeichnung der abgeleiteten Töne heißt:
C# = C-sharp = Cis
Db = D-flat = Des
~ = enharmonisch gleich
Auf der Gitarre sind enharmonische Töne identisch!)
| C | = | C | ||||
| C# | = | Cis | ~ | Db | = | Des |
| D | = | D | ||||
| D# | = | Dis | ~ | Eb | = | Es |
| E | = | E | ||||
| F | = | F | ||||
| F# | = | Fis | ~ | Gb | = | Ges |
| G | = | G | ||||
| G# | = | Gis | ~ | Ab | = | As |
| A | = | A | ||||
| A# | = | Ais | ~ | Bb | = | B (Bb) |
| B | = | H |
Spanische Tonbezeichnung
Spanische Bezeichnung der Stammtöne:
Do Re Mi Fa Sol La Si
Spanische Bezeichnung der abgeleitete Töne:
# = sotenido
b = bemol
Do sotenido = Cis usw.
Re bemol = Des usw.
Absolute Tonhöhe
Die absolute Tonhöhe teilt die Oktaven wie folgt ein:
| Oktave | Theorie | PC |
|---|---|---|
| Subkontra-Oktave | C2 - H2 | C1 - B1 |
| Kontra-Oktave | C1 - H1 | C2 - B2 |
| grosse Oktave | C - H | C3 - B3 |
| kleine Oktave | c - h | C4 - B4 |
| eingestrichene Oktave | c1 - h1 | C5 - B5 |
| ... | ... | ... |
| fünfgestrichene Oktave | c5 - h5 | C9 - B9 |
Die folgende Notengrafik stellt das Griffbrett dar, ähnlich den Akkordediagrammen:
Notensysteme = Saiten (horizontal)
Takte = Bünde (vertikal)
Unter den Noten sind die Tonnamen in der englischen Schreibweise und absoluten Tonhöhe angegeben:
Stimmumfang der Gitarre
Die Stimmumfang der Gitarre ist, zum gesamten Instrumentarium der Musik
betrachtet, eher als Bassinstrument einzustufen und entspricht etwa dem
Stimmumfang des Cellos:
ca. dreieinhalb Oktaven = E - h2
Stimmumfang der Instrumente

Intervalle
Intervalle sind Tönabstände. Mit den verschiedenen Intervallen
werden in der Akkordlehre die Töne der Akkorde definiert. So können
die verschiedenen Akkorde aufgebaut, verglichen und unterschieden werden.
Im deutschen Sprachraum gilt die etwas umständliche Verwendung der lateinischen Bezeichnung (Prim, Sekunde usw.). Um für die Akkordlehre eine einfachere und platzsparende Bezeichnung zu haben werden einfache Zahlen verwendet (1 = Prim, 2 = Sekunde usw.).
Zum besseren Verständnis können die Intervalle auf einer Gitarrensaite, dessen Ton der Leersaite der Grundton ist, dargestellt werden.

- Stammintervalle: oberhalb der Saite (Linie):
- 1 - 8 sind die Intervalle der Stammtonreihe
- 8 -15 sind die oktavierten Intervalle
- 1 - 8 sind die Intervalle der Stammtonreihe
- Abgeleitet Intervalle: unterhalb der Saite (Linie)
Stammintervalle
Prime, Quarte, Quinte und Oktave werden zusätzlich als "rein" Bezeichnet:
reine Prim usw.
Sekunde, Terz, Sexte und Septime werden zusätzlich mit "groß" Bezeichnet:
große Sekunde usw.
Grundsätzlich können die Attribute "rein" und "groß" weggelassen
werden.
1 = Prime
2 = Sekunde
3 = Terz (dur-Terz)
4 = Quarte
5 = Quinte
6 = Sexte
7 = Septime
8 = Oktave
Über eine Oktave hinaus heißen die Intervalle:
9 = None / Oktave plus Sekunde
10 = Dezime / Oktave plus Terz
11 = Undezime / Oktave plus Quarte
12 = Duodezime / Oktave plus Quinte
13 = Tredezime / Oktave plus Sexte
14 = (Quartdezime) / Oktave plus Septime
15 = (Quintdezime) / Oktave plus Oktave
Abgeleitete Intervalle
Werden Prime, Quarte, Quinte und Oktave um einen Halbton (Halbton = 1
Bund) verkleinert werden sie mit dem Attribut "vermindert" Bezeichnet.
Werden Sekunde, Terz, Sexte und Septime um einen Halbton verkleinert werden sie
mit dem Attribut "klein" Bezeichnet.
b2 = kleine Sekunde
b3 = kleine Terz (moll-Terz)
b4 = verminderte Quarte
b5 = verminderte Quinte
b6 = kleine Sexte
b7 = kleine Septime
Werden Prime, Quarte, Quinte und Oktave um einen Halbton vergrößert
werden sie mit dem Attribut "übermäßig" Bezeichnet.
Werden (große) Sekunde, Terz, Sexte und Septime um einen Halbton vergrößert
werden sie mit dem Attribut "übermäßig" Bezeichnet.
#2 = übermäßige Sekunde
#3 = übermäßige Terz
#4 = übermäßige Quarte
#5 = übermäßige Quinte
#6 = übermäßige Sexte
#7 = übermäßige Septime
Werden kleine Sekunde, kleine Terz, kleine Sexte und kleine Septime um
einen Halbton verkleinert werden sie mit dem Attribut "vermindert" Bezeichnet.
An dieser Stelle ist nur der öfters vorkommende Fall der verminderte
Septime aufgeführt.
bb7 = verminderte Septime
Enharmonische Intervalle
Als enharmonische Intervalle werden Intervalle mit gleichem (identischen)
Klang bezeichnet.
Beispielsweise ist die übermäßige Quarte "enharmonisch gleich" der
verminderten Quinte:
#4 ~ b5
Besondere Intervalle
Tritonus
Der Tritonus (Dreiton) ist das Intervall von 3 Ganztönen. Da das Intervall
schwer zum Singen ist wurde es im Mittelalter diabolus in musica (Teufel
der Musik) genannt.
Genaugenommen ist der Tritonus eine übermäßige Quarte (#4),
kann aber auch als verminderte Quinte (b5) gedeutet werden.
Blue notes
Die im Blues charakteristischen Töne heißen blue notes:
- b3 = kleine Terz / 3 = große Terz
- Die b3 kann um 1/4-Ton gezogen werden: Viertelton-Bending
- Die b3 kann um enen Halbton zur 3 (großen Terz) gezogen werden: Halbton-Bending
- Die b3 wird als Melodieton (Pentatonische Moll-Skala) zu einem Dur-Akkord,
beziehungsweise dom7-Akkord gespielt
- b7 = kleine Septime
- Die b7 wird nicht als Dissonanz
- klassisches Spannungsintervall - das nach einer Auflösung strebt gehört und gespielt, sondern als Konsonanz
- 7. Oberton der Obertonreihe -
- Die b7 wird nicht als Dissonanz
- b5 = verminderte Quinte
- Die b5 (flatted fith) wird als zusätzlicher Ton zur Pentatonischen Moll-Skala gespielt.
Flatted fith
Die b5 "minus 5" gilt als charakteristisches Jazz-Intervall und wird
als flatted fith bezeichnet.
Akkordlehre
Die Akkordlehre befasst sich mit:
- Zusammensetzung der Akkorde (Akkordtöne)
- Symbolen, Abkürzungen und Zahlen der Akkordbezeichnungen
- Akkord-Substitutionen
In der folgenden Akkordlehre sind sämtliche Akkorde verzeichnet und übersichtlichen Tabellen erganzt.
Akkorddiagramme / Zeichenerklärung
Finger der Greifhand:
1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger
3 = Ringfinger
4 = Kleinfinger
T = Daumen (Thumb)
O = Leersaite
X = Saite nicht anschlagen oder Saite dämpfen!
Bogen = Barré
Kein Zeichen = Saite sollte nicht angeschlagen
werden!
Wird diese Saite dennoch gespielt, müsste genaugenommen der Basston
angegeben werden.
(Beispiel C-Akkord: C/E = C mit E im Bass)
N.C. = Keine Akkorde (No Chords)
Allgemeines über Akkorde
Tonbezeichnungen: englisch / deutsch
( ~ = enharmonisch gleich)
C = C
C# = Cis ~ Db = Des
D = D
D# = Dis ~ Eb = Es
E = E
F = F
F# = Fis ~ Gb = Ges
G = G
G# = Gis ~ Ab = As
A = A
A# = Ais ~ Bb = (B) Bb
B = H
Der Ton (Akkord) H wird englisch als B und der Ton B als Bb (B flat) bezeichnet. Als Standard wird auch im deutschen Sprachraum die englische Schreibweise bevorzugt.
Töne auf der 6. Saite:
![]()
Töne auf der 5. Saite:
![]()
Töne auf der 4. Saite:
![]()
In einem Akkord (Mehrklang) können die Töne des Drei- oder Vierklanges usw. verdoppelt oder verdreifacht werden. Ein Akkord besteht aus mindestens zwei Tönen. (Es können also auch Töne weggelassen werden).
Ist ein anderer Ton als der Grundton im Bass, wird dieser wie folgt angegeben:
G/B = G mit B im Bass
D/F# = D mit F# im Bass
C7/E = C7 mit E im Bass
Am/E = Am mit E im Bass
Grundsätzlich können auch akkordfremde Töne im Bass verwendet werden:
C/B = C mit B im Bass
Akkordbezeichnungen
Abkürzungen
maj (major) = dur
m (minor) = moll
add (added) = hinzugefügt
sus (suspension) = vorgehalten
dim (diminished) = vermindert
aug (augmented) = übermäßig
C = C-Durakkord / umgangssprachlich: C
Cm = C-Mollrakkord / umgangssprachlich: C-Moll
C7 = C-Dominatseptakkord / umgangssprachlich:
C-Sieben
Zahlen
Die Zahlen der Akkordbezeichnungen sind nicht vollständig identisch
mit den Zahlen der Intervallbezeichnung.
Man beachte die Septime:
7 (Dominantseptime) = b7 (Intervallbezeichnung)
maj7 (major 7) = 7 (Intervallbezeichnung)
Grundsätzlich bedeuten die Zahl in einer Akkordbezeichnung, dass
der entsprechende Ton hinzugefügt wird.
Beispielsweise wird im C6-Akkord zu C-dur (c - e - g) die
Sexte (6) hinzugefügt (a).
Die Regel besagt dass bei 9, 11 und 13 folgende Töne hinzugefügt werden:
9 |
= |
7 und 9 |
11 |
= |
7, 9 und 11 |
13 |
= |
7, 9, 11 und 13 |
Dieser theoretische Ansatz wird in der Praxis nur zum Teil umgesetzt. Hierzu dient die Praktische Tabellenübersicht.
An dieser Stelle sei noch darauf hinweisen, dass die Abkürzung add nur
den betreffenden Ton hinzufügt.
Beispielsweise wird beim C (add9) zum C-dur-Akkord (c - e
- g) nur die None (9) hinzugefügt (d).

G = Grundton
b9 = minus 9
2 / 9
#9 = plus 9 / moll (m)
dur (maj)
4 / 11
b5 = minus 5 / #11 = plus 11
5 (Quinte)
#5 = plus 5
6 / 13
7 (Dominantseptime)
maj7 = major 7
Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der wichtigsten Akkorde
im Vergleich.
Die oberste Zeile: Halbtonschritte (rot eingefärbt)
kann auch einfach als Saite betrachtet werden. 0 entspricht dann der Leersaite,
1 dem 1. Bund, 2 dem 2. Bund usw.
Die Tonnamen sind auf den C-Akkord bezogen.
Die Intervallbezeichnungen entsprechen den theoretischen,
die Akkordbezeichnungen den praktischen Ansätzen.
- Akkorde (PopUp-Fenster)
Theoretische Akkordtabellen
Das Wesen der Akkordfamilien zeigt wie Akkorde innerhalb einer Familie vereinfacht, beziehungsweise durch sogenannte Akkordvertretungen (Akkord-Substitutionen) ersetzt (verklärt) werden können.
Da beim praktischen Gitarrenspiel Akkordtöne weggelassen, beziehungsweise
höchstens 6 verschiedene Töne gegriffen werden können, bedingt
durch die Anzahl der Saiten, wird in der folgenden Tabelle eine
"praktische Akkordtabelle" gezeigt.
In der Praxis kann der Quintton (5) und Grundon
(1) des Akkordes weggelassen werden (optional).
In der folgenden Akkordtabelle können die Akkordtöne in Klammern
zusätzlich weggelassen werden (optional). Durchgestrichene Akkordtöne
werden weggelassen.
- Akkordfamilen (PopUp-Fenster)
- Sämtliche Akkorde (PopUp-Fenster
Skalen
Eine Skala (Scale) ist eine Tonleiter. Eine Folge von Tonschritten, die der Höhe nach geordnet sind und durch Rahmentöne (höchster und tiefster Ton / Oktave) begrenzt werden.
Für Skalen gibt es drei Aspekte:
- Theoretische Grundlagen
- Theoretische Skalen - Praktisches Spiel auf der Gitarre
- Material-Skalen - Praktische Anwendungen in Musikstücken
- Gebrauchs-Skalen
Modale Skalen
Modale Skalen sind diatonische Skalen mit verschiedenen Grundtönen
der Dur-Skala.
Beispielsweise wenn auf der C-dur-Skala auf der zweiten Stufe
mit dem Ton D geendet wird und somit Grundton ist, wird diese Skala dorisches
D genannt.
Modale Skalen werden in der keltischen, irischen, amerikanischen, spanischen
und auch alpenländischen Volksmusik verwendet.
Im Blues, Rock und Jazz wird mit diesen Skalen auch improvisiert.
In der Renaissance (Klassik) wurden sie noch genauer definiert und als Kirchentonarten bezeichnet.
Sämtliche Skalen
In der folgenden Tabelle sind sämtliche Skalen zum direkten Vergleich aufgelistet.
- Sämtliche Skalen (PopUp-Fenster)
Zeitraum
Tempo
Metronom
Das Metronom dient einerseits zur Festlegung der Tempi (Geschwindigkeit
der Schlagfolge), andererseits zum Einhalt der Tempi.
(Tempi ist die Mehrzahl von Tempo!)
Einhalt der Tempi
Im Folk, Rock, Blues und Jazz,
sowie in den Tänzen der verschiedenen Musikstile,
wird grundsätzliche ein gleichbleibendes Tempo verlangt. Also, es wird
durchgehend gleichmäßig und nicht langsamer oder schneller gespielt.
Das Metronom sollte immer verwendet werden und bildet die Grundlage eines
jeden Grooves.
Zusäzulich sollte mit dem Fuß hörbar oder unhörbar
mitgeklopft werden.
2/2 Takt
Der Fuß klopft Taktpuls: 2 (Halbe)
(Tap the foot "in two")
für mittlere bis schnelle Tempi4/4 Takt
Der Fuß klopft Taktpuls. 4 (Viertel)
(Tap the foot in 4 thru-out)
für langsame Tempi
In der Klassik wird meist mit mehr oder weniger Agogik (Tempoveränderungen)
gespielt.
Das Metronom wird nur zur Kontrolle beim Üben verwendet. Der Fuß beim
Spielen nicht mitklopfen.
Festlegung der Tempi
Das Metronom bestimmt das absolute Tempo mit der Zahl der Schläge
pro Minute: bpm (beats per minute)
Viertel
= 120 heißt: es werden 120 Viertelschläge pro Minute
gespielt.
In älteren
Notenausgaben wurde die Abkürzung M.M. = Mälzels
Metronom verwendet.
Mälzel war ein Ingenieur aus Wien (1816), der auf Beethovens Anregung das Metronom (Abbildung) konstruierte.
Tempoangaben
Die Tempoangaben werden in drei Gruppen eingeteilt:
| langsam | = | 40 - 76 bpm |
| mittel | = | 76 - 120 bpm |
| schnell | = | 120 - 216 bpm |
Das gefühlsmäßige Tempo kann von der Gehbewegung oder dem Pulsschlag abgeleitet werden.
n der Klassik werden italienische Adjektive, Partizipien und andere Begriffe
verwendet, da zu der Zeit als Tempoangaben in Gebrauch kamen, die "Musikersprache" italienisch
war.
| Langsame Tempi / 40 bis 76 bpm | |
|---|---|
| largo | breit, sehr ruhig |
| lento | langsam |
| grave | breit und schwer |
| adagio | ruhig |
| larghetto | nicht so breit wie largo |
| Mittlere Tempi / 76 bis 120 bpm | |
| andante | gehend |
| andantino | nicht so langsam wie andante |
| moderato | gemäßigt |
| allegretto | weniger schnell als allegro |
| Schnelle Tempi / 120 bis 216 bpm | |
| allegro | schnell |
| vivace | lebhaft |
| presto | sehr schnell |
| prestissimo | so schnell wie möglich |
| Freies Tempo | |
| Tempo rubato | "gestohlener Zeitwert" |
| rubato | |
| weitere Adjektive oder Partizipien | |
| assai | ziemlich |
| molto | sehr |
| poco | ein wenig |
| piu | mehr |
| meno | weniger |
| ma non troppo | aber nicht zuviel |
Durch die Endung -issimo wird ein italienischer Adjektiv oder Partizip verstärkt, durch die Endung -ino oder -etto abgeschwächt.
Agogik
Die Agogik befasst sich mit den Veränderungen der Tempi. Bezeichnungen für feststehende Tempi siehe unter Tempobezeichnungen.
| Allmählich schneller werden | ||
|---|---|---|
| accel. | accelerando | beschleunigend |
| string. | stringendo | drängend |
| mosso | bewegt | |
| piu mosso | bewegter | |
| Allmählich langsamer werden | ||
| ritard. (rit.) | ritardando | verzögernd |
| rall. (rallent.) | rallentando | nachlassen |
| meno mosso | weniger bewegt | |
| Kurzes Zurückhalten des Tempos | ||
| rit. | ritenuto | zurückhalten |
ritardando und rallentando fordern
eine allmähliche Verlangsamung des Tempos, im Gegensatz zu accelerando und stringendo.
|
||
| Langsamer und leiser werden | ||
| morendo | ersterbend | |
| smorzando | verlöschen | |
| calando | nachlassen | |
| Langsamer und lauter werden | ||
| allargando | breiter werden | |
| Zurück zum ursprünglichen Tempo | ||
| a tempo (a t.) | Anfangstempo | |
| tempo primo | Erstes Tempo | |
Rhythmus
Die Rhythmuslehre beschäftigt sich mit dem zeitlichen Ablauf des musikalischen Geschehens. Während der Rhythmus sich mit den einzelnen Stimmen befasst, ist die Rhythmik das Gesamtrhythmische Konzept eines Musikstückes.
Ga Ni Di Bi
Lehrbuch
Das Lehrbuch (Band1) zeigt die rhythmischen Grundlagen mit 212 Rhythmus-Pattern
und entsprechenden Midi-Files. Die rhythmischen Grundbegriffe, und genauen
Anweisungen zu den Übungen, sind unmissverständlich beschrieben.
Ga Ni Di Bi
Der Rhythmus wird auf eine gleichmäßige Referenzbewegung bezogen. Diese kann durch eine gleichförmige Gehbewegung oder durch das Klopfen mit dem Fuß ausgeführt werden. Das Ziel ist den Rhythmus mit dem Fußklopfen zu einer Einheit werden zu lassen. Dies ist die Voraussetzung um einen rhythmischen Groove zu erzielen. Danach erfolgen weitere Parameter wie Lautstärke, Betonungen, Klang (Sound)... und rhythmische Aspekte wie:
straight (gerade)
swing
tide (genau)
laid back (leicht vorausgenommen oder verzögert)
Fußklopfen / Sprechen / Spielen
Die drei Elemente: Fußklopfen - Sprechen - Spielen, sollen bei der Ausführung eines jeden Rhythmus-Patterns in sich vereint werden.
- Als Erstes klopft der Fuß alleine ohne den Rhythmus zu spielen. Der Takt-Puls wird sozusagen in Bewegung umgesetzt.
- Als Nächstes wird der Rhythmus in der angegebenen Taktsprache zum Fußklopfen dazugesprochen.
- Schließlich wird das eigentliche Rhythmus-Pattern zum Fußklopfen und der Taktsprache dazugespielt.
Taktsprachen
Die Taktsprachen geben mit den einfachen Mitteln der Sprache den rhythmischen Klang eines Instrumentes wieder. Um einen Rhythmus zu erklären wird er einfach vorgesprochen.
Die Taktsprachen sind Hilfsmittel um von einem "vorgegebenen" Rhythmus zu einem "gefühlten" Rhythmus zu kommen. Grundsätzlich ist es egal welche Taktsprache angewandt wird. Das allgemein bekannte Zählen ist auch eine Art Taktsprache und kann ähnlich eingesetzt werden. Der Nachteil ist, dass zwischen gespielten und ausgehaltenen Töne nicht unterschieden wird und phonetisch die Zählsilben unterschiedliche Längen haben.
Ga Ni Di Bi - Taktsprache
Die Taktsprache Ga Ni Di Bi ist eigens für dieses Lehrbuch entwickelt und hat einfache Regeln, die nicht gelernt werden müssen sondern in den Übungen einfach nachgesprochen werden. ("If you can say it, you can play it")
Rhythmus-Pattern
Die Rhythmus-Pattern sind systematische Übungen und sollten in kleinen Übungseinheiten von ca. 20 Minuten gespielt werden. Jedes Pattern wird so oft wiederholt, bis "es" auf Anhieb geht. Die Midi-Files zeigen und helfen den Einstig in jedes einzelne Pattern.
Der Rhythmus wird mit den Tönen einer Clave dargestellt. Dieser Rhythmus kann auf einem Instrument gespielt oder mit den Händen geklatscht werden. Auf der Gitarre kann der Rhythmus als Melodietöne auf einer Leersaite oder als Rhythmus mit einem Grundakkord oder mit gedämpften Saiten gespielt werden.
"drauf, dazwischen davor und danach"
Um eine einfache umgangssprachliche Definition der einzelnen Töne zum Referenzschlag (Fußschlag oder Beat) zu haben, werden folgende Begriffe angewandt:
- drauf / auf den Schlag
- on the beat /down beat
- Grundschlag
- dazwischen / zwischen den Schlägen
- 4/4 Takt - Takt-Puls 4:
- off the beat
- 2/2 (4/4) Takt - Takt-Puls 2:
- on the beat
- Nachschlag / back beat
- 4/4 Takt - Takt-Puls 4:
- davor / vor dem Schlag
- off the beat
- danach / nach dem Schlag
- off the beat
Zählen und Zählzeiten im Takt
Obwohl ich nie über die Methode des Zählens etwas gelesen habe - und es die wohl auch nicht gibt - wird in der Praxis für jeden verständlich und meist auch in der gleichen Form gezählt. Der Nachteil der Zähl-Methode ist, dass die Silben der Zähleinheiten unterschiedliche Längen haben und so zu Irritationen führen.
Taktsprachen
Die Taktsprache ist ein einfaches und bewährtes Mittel von einem rhythmischen Element oder auch von komplexen rhythmischen Abwicklungen eine Vorstellung zu bekommen. In vielen hochentwickelten Kulturen wurden Taktsprachen benutzt um Rhythmen aufzuschreiben und weiter zu vermitteln.
Rhythmus-Gitarre
Die Taktsprache für Rhythmus-Gitarre wurde von René Senn entworfen und basiert auf folgenden Kriterien:
| Da | = Achtel-Abschlag |
| Dag | = kurz gespielter Viertel-Abschlag |
| Ga | = Achtel-Aufschlag |
| - a | = ausgehaltener Achtelschlag |
| ge | = Sechzehntel-Aufschlag |
| m | = gedämpfter Ab- oder Aufschlag |
| Gi | = Achtel-Aufschlag über Leersaiten |
Weitere Silben können für rhythmische Eigenheiten oder technische Elemente hinzugefügt werden.
Klassische Taktsprache
Die klassische Taktsprache Ta-Ge-Te eignet sich um im Spiel nach Noten
die Notenwerte besser umsetzten zu können.
Die Referenznote ist die Viertel und hat die Silbe: ta.
Ausgehaltene Notenwerte haben nur den entsprechenden Vokal: a oder e
| ta | = Viertel |
| te | = Achtel |
| ge | = Sechzehnte |
| ta - a | = Halbe |
| ta - a - a - a | = Ganze |
| ta - a - te | = Punktierte Viertel |
| te - e -ge | = Punktierte Achtel |
| ta - te -ti | = Achtel-Triolen |
Swing feel
Notation
Die Bezeichnung Swing feel, die am Anfang eines Stückes über der Taktangabe steht, weist darauf hin, dass die Achtel nicht wie notiert mit einer Zweier-Unterteilung (binär), sondern mit einer Dreier-Unterteilung (ternär) gespielt werden.
Swing feel
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Für Swing feel werden auch die folgenden Begriffe verwendet:
englisch:
swing feel / swing feeling / swing / swing 8ths / shuffle / shuffle feel / triplet feel
deutsch:
"Swing-Feeling" / Swing-Charakter / Swing-Effekt / Ternäre Spielweise / Triolen Charakter / Triolische Spielweise / triolisch / triolig / Shuffle-Rhythmus / Blues Shuffle
Rationales Element
Swing feel charakterisiert die rhythmische Spielweise
der Melodie und der Begleitung, beziehungsweise der Rhythmik des ganzen
Stückes.
In einzelnen Fällen ist die Rhythmik eines Stückes auch so aufgebaut,
dass die Perkussion und Bass gerade (straight)
spielen und die Melodie im Swing feel.
Gefühlsmäßige Elemente
Was in Noten, beziehungsweise Notenwerten nicht dargestellt werden kann, ist die gefühlsmäßige Ebene. Wenn Swing feel, Laid back, Rhythmus-Groove, andere rhythmische Elemente, Phrasierung und Artikulation zusammenkommen ist es manchmal schwierig die einzelnen Element auseinander zu halten.
Triolenachtel
Triolenachtel sind 3 Achtel an stelle von 2 Achtel.
Die genaue Triolen-Unterteilung wird als Standard Swing feel bezeichnet.
Auf die erste normale Achtel fallen dann 2 Triolenachtel und auf die zweite
normale Achtel eine Triolenachtel.
Die binäre Unterteilung, also Zweiteilung eines Schlages entspricht den normalen Achtel.
Die ternäre Unterteilung, also Dreiteilung eines Schlages (Viertel) entspricht den Triolenachtel.
Swing-Stärke
Die folgende Abbildung verdeutlicht das Zeitraster des Swing feel. Die
Strichlängen zeigen das genaue geometrische Verhältnis.
Die "Grauzone" des Swing feel bewegt sich zwischen der geraden Achtel
und der punktierten Achtel.
Midi-Files
Mit Hilfe der Midi-Files kann genau der Unterschied der Swing-Stärke dargestellt werden.
Kommentar:
Die genaue Unterteilung mit Achteltriolen - ternäre Unterteilung
- klingt zu "zickig". Die meist verwendete Swing-Stärke ist:
Leichte Swing-Achtel.
Der Texas-Shuffle-Rhythmus wie er beispielsweise von Stevie Ray Vaughan gespielt wurde, verwendet die Starken Swing-Achtel.
Beispiel: Stevie Ray Vaughan
CD: Texas Flood (1983)
Songs: Pride and joy / Tell me / I'm cryin'
Ein weiterer Aspekt ist die binäre und ternäre Unterteilung zu verbinden.
Beispiel:Wes Mongomery / Tequila
Perkussion und Bass = gerade Achte
Melodie (Gitarre)= leichte Swing-Achtel
Lautstärke
| ppp | piano pianissimo | so leise wie möglich |
| pp | pianissimo | sehr leise |
| p | piano | leise |
| mp | mezzo piano | mittelleise |
| mf | mezzo forte | mittellaut |
| f | forte | laut |
| ff | fortissimo | sehr laut |
| fff | forte fortissimo | mit aller Kraft |
| sf | sforzato sforzando |
stark betonen Akzent ( > ) |
| sfz | ||
| fz | ||
| fp | forte-piano | laut und unmittelbar danach leise |
| piu | mehr | Wird auch im Zusammenhang mit piano und forte verwendet. |
| meno | weniger |
Dynamik
Die Dynamik ist die Theorie der Klang- oder Tonstärkegrade.
"Terassen"- oder Flächen-Dynamik bezeichnet das stufenweise lauter oder leiser spielen und fand im Barock seine Anwendung.
Evolutions- oder Kurven-Dynamik bezeichnet der stufenlose, gleitende Wechsel der Tonstärken und gilt als typisches klassisches Stilmittel.
| Allmählich lauter werden | ||
| cresc. (cres.) | crescendo | wachsend |
| Allmählich leiser werden | ||
| decresc. | decrescendo | abnehmend |
| dim. (dimin.) | diminuendo | vermindernd |
| |
||
| poco a poco | nach und nach | |
| |
||
| Für das nachträgliche Bearbeiten einer Audioaufnahme und das damit verbundene Ein- und Ausblenden der Lautstärke werden folgende Begriffe verwendet: | ||
| Fade-In | Erhöhung der Lautstärke | |
| Fade-Out | Verringerung der Lautstärke | |
| Kommentar: Der Begriff Fade-Out wird oft im Zusammenhang mit einer leiser werdenden Wiederholung am Schluss verwendet: Rep and Fade-Out Beim Vorspiel oder in einem Konzert sollte eine solche Schlusswendungen nur einmal gebracht werden, weil es sonst insgesamt einfallslos wirkt. |
||
Stimmung & Charakte
Adjektive und Partizipien |
|||
|---|---|---|---|
| affettuoso | affectueux | expressiv | innig |
| agitato | agité | agitated | lebhaft bewegt |
| amabile | aimable | amiable | lieblich |
| con anima | avec verve | with spirit | munter |
| animato | animé | spirited | belebt |
| appassionato | passionné | impassioned | leidenschaftlich |
| arioso | chantant | singing | gesanglich |
| con brio | avec verve | with fire (dash) | schwungvoll |
| cantabile | chantant | singing | gesangsvoll |
| dolce | doux, doucement | sweet | zart |
| dolente | triste | grieving | klagend |
| con dolore | douloureux | with grief | schmerzlich |
| con fuoco | ardent | with fire | feurig |
| giocoso | en badinant | playfully | scherzhaft |
| giocioso | joyeux | joyously | freudig |
| grazioso | gracieux | gracefully | zierlich |
| leggiero | léger | lightly | leicht |
| lusingando | caressant | caressingly | schmeichelnd |
| maestoso | majestueux | majestically | feierlich |
| marziale | martial | martially | kriegerisch |
| misterioso | mystéieux | mysteriously | geheimnisvoll |
| con moto | mouvementé | with mouvement | bewegt |
| perdendosi | en s'effacant | disappearing | verlöschend |
| piacevolo | plaisant | smoothly | gefällig |
| risoluto | résolu | resolutely | entschlossen |
| scherzando | jokingly | scherzend | |
| sostenuto | soutenu | sustained | getragen |
| teneramente | tendre | tenderly | zärtlich |
| tenuto | tenu | held | gehalten |
Terminologie
Terminologie der Musik ist die Lehre von den musikalischen Fachwörter.
Allgemeine Grundbegriffe
Arrangement
Einrichtung eines Musikstücks für ein anderes Musikinstrument oder Besetzung, als die ursprüngliche.
Bearbeitung
Bearbeitung ist im Sinne des modernen Urheberrechts jede Veränderung eines Werkes, die darauf abzielt, das Originalwerk einem bestimmten Zweck anzupassen. An der Bearbeitung entsteht ein eigenes Urheberrecht, wenn sie eine individuelle Leistung ist.
Transkription
transkriptio (lat.) = Umschrift
Die Einrichtung (Arrangement) eines Musikstückes für eine andere Besetzung.
Umschrift einer alten historischen in die heutige Notenschrift.
In den Gitarren-Zeitschriften wird der Begriff Transkription (Transcribed) für die Übertragung der gespielten Musik in Noten- und Tabulaturschrift verwendet.
Spielliteratur
Spielliteratur ist Musikliteratur, beziehungsweise sind Musikstücke zum Zuhören.
Etüden
Ein Stück, das zur Bewältigung eines bestimmten spieltechnischen oder musikalischen Problems geschrieben ist. (franz. étude; ital. studio; engl. study)
Aufnahme- Versionen
Durch die Vielfalt der Aufnahme-Versionen eines Musikstückes, vor allem im Rockbereich, werden folgende Begriffe verwendet: Original-Version Das ursprüngliche Musikstück, welches erstmals veröffentlicht wurde und auch als Komposition angesehen wird. Weitere Begriffe: Neukomposition, Urfassung
Album-Version
Die Album-Version bezieht sich auf die Veröffentlichung eines Tonträgers: CD, früher LPLive-Version
Die Live-Version bezieht sich auf die Veröffentlichung eines Konzertmitschnittes. Weitere Begriffe: (engl.) SessionAkustik-Version
Die Akustik-Version ist eine seit dem Unplugged-Album von Eric Clapton verbreitete Spiel- und Aufnahmeart der MTV Unplugged Shows.
Es werden meist Akustikgitarren verwendet, die leicht "akustisch" verstärkt und mit Mikrofonen aufgenommen werden.
Weitere Begriffe: Akustiksession, Unplugged"-Stück, (engl.) Acoustic VersionCover-Version
Die Cover-Version ist eine neue Einspielung (Interpretation) einer Original-Version (altes Stück).
Applikatur
Als Applikatur wird der Fingersatz (engl. fingerring) für das Instrumentenspiel bezeichnet.
Akkord
Ein Akkord ist ein Mehrklang und besteht aus mindestens zwei verschiedenen Tönen.
Akkord-Substitution
Substitution (lat.) = Stellvertretung, Ersetzung
Bei einer Akkord-Substitution wird ein Akkord an Stelle eines
andern gesetzt, beziehungsweise ausgetauscht.
Arpeggio
Arrpeggio (ital.) bedeutet soviel wie gebrochener Akkord oder
Akkordzerlegung. Die Töne eines Akkordes werden nacheinander gespielt.
Ein Arpeggio ist auch eine Akkord-Figuration:
Auflösung eines Akkordes in rhythmisch gleichartige Notengruppen.
Vamp
Vamp ist eine kurze sich immer wiederholende Akkordfolge, die vor allem zum Improvisieren dient.
Pedalton
Ein Pedalton ist ein gleichbleibender Basston, der ausgehalten oder immer wieder angeschlagen wird, und über dem sich verschiedene Akkorde oder Harmonien entfalten.
Besetzung
Als Besetzung wird die Anzahl der Spieler und Instrumente bezeichnet.
| 1 Gitarre | = Gitarre solo |
| 2 Gitarren | = Gitarren-Duo *) |
| 3 Gitarren | = Gitarren-Trio |
| 4 Gitarren | = Gitarren-Quartett |
| 5 Gitarren | = Gitarren-Quintett |
| mehrere Gitarren | = Gitarren-Ensemble |
*) Der Begriff Duo, beziehungsweise Duett wird oft falsch ausgelegt:
Duett = Gesangsstück für zwei Singstimmen auch mit Begleitung
Duo = Instrumentalstück für zwei Instrumente
Wird eine Einzelstimme mit zwei oder mehreren Instrumenten (Gitarren) gespielt wird dies als chorisch Besetzung bezeichnet.
divisi
divisi (lat.) = geteilt
bedeutet dass eine zweistimmige Melodie in einem Notensystem
von zwei Instrumenten gespielt wird.
tacet
tacet (lat.) = die Stimme schweigt
bedeutet in einem Ensemble oder Band, dass die betreffende
Stimme in einem Teil oder Satz pausiert.
unisono
unisono (lat.) = gleiche Töne
bedeutet gleichstimmig, mit zwei oder mehrere Instrumenten
die gleiche Melodie spielen.
Flageolett
Flageolett-Töne (engl. harmonics) werden auf Saiteninstrumenten durch leichtes Aufsetzen des Greiffingers auf den Teilungspunkten (1/2, 1/3, 1/4 usw.) einer Saite erzeugt.
Pattern
Pattern (engl.) = Muster
- wiederkehrendes musikalisches Muster (Phrase)
- ein- oder zweitaktige Rhythmusmuster
Diskant-Saiten
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Die drei hohen Saiten der Gitarre werden als Diskant-Saiten
bezeichnet.
Bass-Saiten
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Die drei tiefen Saiten der Gitarre werden als Bass-Saiten
bezeichnet.
Akkordlisten
Akkordlisten (engl. Leedsheets) dienen zur übersichtlichen Darstellung von Akkordfolgen bei Folk- und Rock- Blues und Jazzsongs.
Original-Begleitung
Die Original-Begleitung eines Songs ist die Begleitung der ursprünglichen Aufnahme. Die verwendeten Spieltechniken - Akkorde und Anschlagsformen - sind wie auf der Original-Aufnahme.
Mitspiel-Begleitung
Die Spieltechniken der Mitspiel-Begleitung sind unter pädagogischen Gesichtspunkten eingeschränkt. Sie sind soweit vereinfacht dass es möglich wird, mit den 15 Grundakkorden und der einfachst möglichen Anschlagsform zu begleiten.
Form
Die Form-Analyse verdeutlicht den Ablauf eines Songs und bildet einen Überblick der Wiederholungen der einzelnen Formteile: Intro, Vers, Chorus, Bridge usw.
Absolute Zeitangabe
Die absolute Zeitangabe (0:00 = Anfang) ist eine zusätzliche Orientierungshilfe. Sie steht vor den Formteilen: Intro, Vers, Chorus, Bridge usw.
Gitarren-Stimmung
Die normale Stimmung der Gitarre wird als Standard-Stimmung bezeichnet:
E - A - d - g - b
- e1
Die eingespielte absolute Tonhöhe auf den Stimmton a1 = 440 Hz (Hertz)
bezogen.
Abweichungen werden in Cent angegeben: Halbton = 100 Cent.
Capo
Capo VII bedeutet dass der Capo (Kapodaster) im 7. Bund aufgesetzt werden soll.
Tempo
Die Tempoangabe ist absolut und wird in bpm (beats per minute / Taktschläge per Minute) angegeben.
Taktart
Die Taktangabe erfolgt am Anfang. Der 2/2 Takt (Zwei-Halb-Takt) deutet auf ein schnelles Tempo hin und kann auch vereinfacht als 4/4 Takt (Vier-Viertel-Takt) verstanden werden. Der 6/8 Takt kann vereinfacht auch als zwei zusammengesetzte 3/4 Takte verstanden werden.
Takteinteilung
Die Takteinteilung erfolgt mit senkrechten Strichen:
Der Doppelstrich ( || ) deutet den Anfang und Ende eines Stückes oder Formteil an.
Der einfache Strich ( | ) ist der Taktstrich und teilt den Takt ein.
Die Taktzeile - normalerweise 4 Takte - zeigt den Aufbau oder Unterteilung
einer Periode.
Wiederholungen
Zwischen dem Anfangs-Wiederholungszeichen ( ||: ) und dem End-Wiederholungszeichen ( : || ) wird wiederholt. Anderen musikalischen Wiederholungszeichen werden möglichst nicht verwendet.
Akkorde
Die folgenden 15 Grundakkorde werden verwendeten:
dur-Akkorde: C G D A E F
moll-Akkorde: Am Em Dm
Dominantsept-Akkorde: C7 G7 D7 A7 E7 B7 (H7)
Akkordwechsel
Akkordwechsel pro Takt
Steht ein Akkord zwischen zwei Taktstriche, so wird der ganze Takt mit diesem Akkord begleitet:
Beispiel: 4/4 | C | = 4/4 | C / / / |
Beispiel: 2/2 | C | = 2/2 | C / / / |Akkordwechsel im Takt
Stehen zwei Akkorde in einem Takt so wird der Takt geteilt:
im 4/4 Takt - 2 Taktschläge erster Akkord und 2 Taktschläge zweiter Akkord.
Beispiel: 4/4 | C Am | = 4/4 | C / Am / |Sollte ein Akkordwechsel auf den 4. Taktschlag erfolgen wird dies wie folgt aufgeschrieben:
Beispiel: 4/4 | C / / Am |Bei einem Akkordwechsel auf der 3. Zählzeit im 3/4 Takt, werden die Taktschläge immer ausgeschrieben:
Beispiel: 3/4 | G / D |Beispiel:
House of the rising sun / The Animals
Play Along
Das Mit- oder Dazuspielen zu Originalaufnahmen, oder eigens dafür eingespielten Aufnahmen, setzten bestimmte Regeln voraus die hier besprochen werden.
Play Along kann und soll den Musikunterricht nicht ersetzen! Es ist eine praktische Ergänzung und kann die Schüler zu Hause zusätzlich motivieren.
Play Along
Wird zu Originalversionen gespielt, können diese mittels einer Audiosoftware
bearbeitet werden, so dass beispielsweise das Musikstück bei gleicher
Tonhöhe langsamer abgespielt wird.
Die ersten 2 oder 4 Takte am Anfang des Stückes werden zum Einzählen
verwendet, so dass der Einsatz zum Mitspielen nicht zu spät oder zu
hektisch wird.
Bei typischen Play Along-Tracks wird mittels Sprecheinzählung oder mit einem Perkussionsinstrument vorgezählt.
Minus-One-Prinzip
Das Minus-One-Prinzip eignet sich für das Zusammenspiel mit
mehrer Instrumenten.
Minus-One bedeutet: Alle Stimmen sind zu hören, ohne die Stimme die
dazugespielt werden soll.
Beispiel: MO2 = Die 2. Stimme ist auf diesem Track weggelassen.
Somit kann der Spieler der 2. Stimme hören wie es klingt wenn alle
Stimmen gespielt werden und sich so optimal für das Zusammenspiel mit
mehreren Musizierenden vorbereiten.
Fazit: Das Musizieren mit mehreren Leuten macht mehr Spaß, weil weniger "geprobt" und mehr "gespielt" werden kann.
Balance-Regelung
Die Balance-Regelung eignet sich für das Zusammenspiel mit zwei
Instrumenten.
Mit dem Balance-Regler können durch Drehen des Reglers, beispielsweise
auf dem linken Stereokanal die Melodie und auf dem rechten Stereokanal die
Begleitung, ein- oder ausgeblendet werden.
Tempi
Originaltempo
Das Originaltempo ist das Zieltempo, beziehungsweise Konzerttempo,
wie es ein Virtuose, beziehungsweise ein professioneller Musiker erreichen
soll.
Lerntempo
Das langsame Tempo ist für den ersten Kontakt mit dem Stück, am
Anfang der Übungsphase geeignet.
Das mittlere Tempo ist ein Ziel für den Laienmusiker. Es erfordert automatisierte Bewegungsabläufe ohne zu hohe technische Ansprüche und kann auch bei einer nicht so ausgefeilter Technik erreicht werden.
