Gitarrenstile
Der
häufigste Einstig zum Gitarrespielen geht über das Erlernen
der Grundakkorde und dem einfachen Rhythmusspiel.
Damit werden Lieder oder Songs begleitet, die am "Lagerfeuer" gesungen
werden können. Sollen die Begleittechniken verfeinert oder mit verschiedenen
Stilistiken erweitert, oder gar zwischendurch ein Gitarrenstück ohne
Gesang gespielt werden, erfordert dies ein genaueres
Auseinandersetzen mit den Gitarrenstilen und Techniken.
Dies sind Anhaltspunkte, womit sich interessierte Gitarrenschüler
bei mir melden. Sie wollen weiterkommen, etwas dazulernen usw. Hier setzt
nun die Frage ein: Was kann ich lernen und wie lerne ich das! (Didaktik
und Methodik)
Im folgenden soll ein kleiner Exkurs in die vielschichtigen
Stile der Musik, beziehungsweise der Gitarre gewagt werden, ohne allzu
sehr zu vereinfachen.
Das Lernen eines neuen musikalischen Stils ist wie das Lernen einer neuen Sprache. Das Wichtigste ist, zu "Hören wie es klingt". Beschreibungen und Notierungen von Musik dient zum differenziertem Hören und Lernen und ist nur eine Annäherung zur Musik.
Rhythmus-Gitarre
Die Technik der Rhythmus-Gitarre teilt sich in Akkorde für die Greifhand und Rhythmus für die Anschlagshand auf. Während die Akkorde für alle Gitarrentypen gelten, wird der Anschlag auf der Stahlsaitengitarre (Akustikgitarre) mit einem Plektrum (Flat-Pick), auf der Nylonsaitengitarre (Klassikgitarre) mit den Fingern gespielt. In den Stücken werden oft verschieden Spieltechniken kombiniert und manchmal auch undefinierbare Rhythmen und Anschlagstechniken verwendet.
Folk
Mit Folk ist eigentlich eine musikalische Stilrichtung gemeint, die das
singen und spielen von angloamerikanischen Folksongs beinhaltet.
Die Väter des Folksongs sind Pete Seeger und Woody
Guthrie. Sie waren Folksänger (Folksinger) und begleiteten
sich selbst mit Gitarre und Banjo.
Später beeinflusste Bob Dylan und Joan
Baez diese Folkbewegung.
In Deutschland waren es die Liedermacher wie Reinhard
May oder Wolf Biermann, in der Schweiz Mani
Matter, die mit ihren Lieder "die Welt veränderten".
Jose Feliciano ist nicht nur ein guter Sänger
sondern auch ein exzellenter Gitarrist. Er verbindet auf höchstem Niveau
Gesang und Gitarre in verschiedenen Stilrichtungen.
Folkgitarre
Die Folkgitarre (Folk Guitar) umfasst verschiedene Begleittechniken für
das Begleiten von Folksongs. Die Begleittechniken sind so zu wählen
dass möglichst keine Beeinträchtigungen beim Dazusingen auftreten.
D.h., anfänglich können einfache und später schwierigere
Begleitungen verwendet werden.
Mit Folkrhythmen, einfachen Anschlagsmustern, einfache
Begleitungen aus Fingerpicking und Flatpicking, werden
vorwiegend Grundakkorde gespielt.
Weitere Grundlagen sind das Transponieren (verändern der Tonarten)
mit und ohne Capo (Kapodaster) um die Songs für die eigene Stimmlage
anzupassen.
Fingerpicking
Fingerpicking ist nicht, wie ich schon oft gehört oder gelesen habe, einfach eine "Zupftechnik", sondern ein Gitarrenstil der sich aus Melodie und Begleitung zusammensetzt. Die Begleitung wird als Wechselbass mit dem Daumen, die Melodie mit Zeige-, Mittel- und auch Ringfinger darüber gespielt.
Fingerpicking beinhaltet Gitarrentechniken zum Spielen oder Begleiten
aus den Bereichen: Folk, Blues, Ragtime, Bluegrass, Country und Rock.
Begonnen hat es ca. 1920, als schwarze, amerikanische
Gitarristen Ragtime und Blues spielten. Nach und nach haben dann weiße
und schwarze Gitarristen diesen Stil weiterentwickelt.
Lonnie
Johnson (1899-1970)
Blues in My Fingers
Leo
Kottke
6 & 12-String Guitar
Marcel
Dadi (1952-1996)
La Guitar a Dadi (Vol 1)
Michael
Hedges (1954-1998)
Aerial Boundaries
- Big Bill Broonzy (1893-1958)
- Mississippi John Hurt (1895-1966)
- Merle Travis (1917-1983)
- Doc Watson
- Chet Atkins (1924-2001)
- Jerry Reed Hubbard (1937-2008)
- Stephan Grossman
- John Renbourn
- Sigi Schwab (*1940)
- David Qualey
- Keb' Mo
Flatpicking
Flatpicking (Flatpicking Guitar / Bluegrass Guitar) ist eine Gitarrentechnik, die mit dem Flat-Pick (Plektrum) auf der Akustikgitarre (Stahlsaiten-Gitarre) gespielt wird.
Bluegrass-Formation
Die Techniken werden zum Spielen und Begleiten von Bluegrass Music verwendet.
Bluegrass besteht aus traditionellen Songs (Lieder) und
Tunes (Instrumentalmelodien), wie sie beispielsweise von Lester
Flatt (Sänger und Gitarrist) gespielt wurden. Lester
Flatt war Mitglied von Bill Monroe's Blue Grass
Boys wonach die Bluegrass Music benannt wurde. Bill
Monroe (Father of Bluegrass) war Sänger und ein exzellenter
Mandolinenspieler.
Newgrass ist die Weiterentwicklung des Bluegrass mit
Einflüssen aus Folk, Rock, Blues und Jazz.
Die typische Bluegrass-Formation setzt sich zusammen aus: Fidel (Fiddle),
Mandoline, 5-String-Banjo, Gitarre, Dobro und Bass.
In dieser Formation spielt die Gitarre hauptsächlich Back-up (Begleitung).
Zwischendurch kann sie über die Akkordfolge von Vers und Refrain sogenannte
Guitar Breaks (Soli) spielen.
Gitarren-Duo
Wie in andern Stilistiken auch, tun sich Gitarristen zusammen und spielen im Gitarren-Duo. Einer spielt die Melodie, der Andere die Begleitung.
- Norman & Nancy Blake
- Doc & Merle Watson
- Tony & Wyatt Rice
Gitarre solo
Flatpicking-Stücke für Gitarre solo, wie man sie vereinzelt von Norman Blake oder Tony Rice kennt, haben grundsätzlich die Melodie im Bass, werden sozusagen aus der Begleitung herausgespielt und verwenden auch einstimmige Melodie-Passagen oder die Crosspicking-Technik.
Norman Blake und Doc
Watson zählen zu den mehr traditionellen Musikern, während Tony
Rice durch Jazzeinflüsse seine innovative Gitarrentechnik
(New Acoustic Guitar) entwickelt hat.
David Grisman (Mandoline) hat mit seinem
Quartett, später Quintett, in dieser Szene neue Maßstäbe
gesetzt. Er nennt seine Musik: Dawg Music.
Doc
Watson
The Vanguard Years
Norman
Blake
Whiskey Before Breakfast
Jerry
Garcia, Tony Rice,
David Grisman
The Pizza Tapes
Tony
Rice / Wyatt Rice
Church Street Blues
David
Grisman Quintet
Dawg's Groove
- Lester Flatt (1914-1979)
- Doc Watson (*1923)
- Norman Blake (*1938)
- Dan Crary (*1939)
- Jerry Garcia (1942-1995) / Greatful Dead
- Clarence White (1944-1973) / The Byrds
- Tony Rice (*1951)
Acoustic Guitar / unplugged
Friday Night in San Francisco (1981) veränderte die Gitarrenwelt: Ein gitarristisches Feuerwerk mit halsbrecherischen Läufen
Al
Di Meola / John McLaughlin /
Paco de Lucía
Friday Night in San Francisco
Eric Clapton veröffentlichte
1992 ein Akustik-Album mit dem Titel: Unplugged. Für
diese Aufnahmen wurde er auch mit einem Grammy ausgezeichnet. Ausgehend
von diesem Album hat die Akustikgitarre eine Renaissance erlebt.
Die Songs wurden in verschiedenen Stilrichtungen mit
einer Klassikgitarre (Nylonsaitengitarre), Akustikgitarre (Stahlsaitengitarre),
12-saitige Akustikgitarre oder Dobro (Resonatorgitarre) gespielt.
Eric
Clapton
Unplugged
Die Bearbeitungen der Stücke, die auch auf dieser Website vorgestellt
werden, sind "begradigt". D.h., die improvisierten Phrasen sind "konkretisiert" und
zu einer sinnvollen Transkription zurechtgebogen. Somit können die
Stücke besser von den Noten und Tabulaturen gelernt werden. (In vielen
vorhandenen Notenausgaben sind diese Bearbeitungen zu genau oder zu einfach
notiert.)
Signe / Eric Clapton
- Gitarre Solo (und Perkussion
Tears in heaven / Eric Clapton
- für 2 Gitarren und Gesang
- Instrumentalfassung für Gitarren-Duo
Malted Milk / Robert Johnson
- für 2 Gitarren und Gesang
- für Gitarren und Gesang
Walkin' Blues / Robert Johnson
- für Gitarre (Dobro) und Gesang
Ein weiteres beliebtes Album aus dieser Sparte:
Nirvana
Kurt Cobain (1967-1994)
MTV Unplugged In New York
Blues
John Lee Hooker sagte mal: "Blues ist der Ursprung. Alle andere Musik wie Rock 'n' Roll, Pop oder was immer Du willst, kommt vom Blues."
Jack Bruce schreibt in seinem Lehrbuch für Bluesbass: "Wenn Du verstanden hast wie man Blues spielt, wird es Dir viel leichter fallen in anderen Stilistiken zu spielen, egal ob Funk, Soul, Jazz, Pop, Rock, Reggae oder gar Heavy Metal. Was ich in den Jahren, in denen ich die verschiedensten Stilistiken spielte gelernt habe ist: Blues ist das Herz und die Seele der gesamten populären Musik. Blues ist der Schlüssel!"
Die typischen Grundformen des Blues entstanden in der 2. Häfte des 18. Jahrhunderts in den Südenstaaten von Amerika. Es waren schwarze Sklaven aus Afrika die den Blues gesungen haben.
Country Blues
Country Blues ist der Sammelbegriff für den ländlichen Blues im Mississippi Delta - auch Folk Blues, Delta Blues oder Down Home Blues genannt. Der auf akustischen Gitarren gespielte Country Blues Style wird mit der Finger-Picking-Technik gespielt. Die folgenden Bluesmusiker waren Sänger und Gitarristen:
- Lonnie Johnsen (1889-1970)
- Arthur "Blind" Blake (1890-1932)
- William "Big Bill" Broonzy (1893-1958)
- Mississippi John Hurt (1895-1966)
- Reverend Gary Davis (1896-1972)
- Blind Lemon Jefferson (1897-1930)
- Blind Willie McTell (1901-1960)
- Robert Johnson (1914-1938)
Rhythm 'n' Blues
City Blues oder Rhythm 'n' Blues (Rhythm & Blues) war die neuere Bluesform und entstand in den Städten Chigago, Detroid, Memphis und St. Louis. Er wurde von schwarzen Musikern für ein schwarzes Publikum gespielt. Im Rhythm 'n' Blues wurde die Gitarren mit Tonabnehmer (E-Gitarre) und Verstärker zusammen mit Piano, Mundharmonika, Bass und Schlagzeug gespielt.
Freddie
(Freddy) King (1934-1976)
Blues Guitar Hero
- Howlin' Wolf (*1910)
- Lightnin' Hopkins (1913-1982)
- Muddy Walters (Morganfield) (1915-1983)
- John Lee Hooker (1917-2001)
- Elmore James (*1918)
- T-Bone (Aaron) Walker (1910-1975)
- B.B. King
- J.B. Lenoir
- Chuck Berry
- Magic Sam
- Albert King
- Jimmy Reed
- Buddy Guy
- Otis Rush
- Son Sales
- Taj Mahal
Rock 'n' Roll und somit auch der Blues
wurde in den 50-ziger Jahren von Elvis Presley und Bill
Haley auch für das weiße Publikum zugänglich gemacht.
Der unverwechselbaren Gitarrenstil von Chuk Berry ist
bis heute die Grundlage für Rock-Gitarre.
In den frühen 60-ziger Jahren schwappte die Blueswelle nach Europa
herüber. Die europäische Bluesmetropole war London. In den Londoner
Clubs spielte Alexis Korner mit seiner Band.
Durch seine Schule gingen Mick Jagger, Ginger
Baker, Eric Clapton, Eric
Burdon, Jimmy Page und Jack
Bruce.
London Blues war eine neue Ablage des Blues.
Blues
Breakers
John Mayall / Eric Clapton
Blues Breakers With Eric Clapton
- Peter Greens / Fleetwood Mac
- Jimmy Pages / Led Zeppelin
- Jeff Beck / Yardbird
Jimi Hendrix hat eine neue Ära des Blues
und des Gitarrenspiels eingeleitet. Mit Bass und Schlagzeug hat sein Gitarrenspiel
neue Dimensionen erreicht.
Der nach einem Unfall verstorbene Stevie Ray Vaughan und
der in New York lebende Popa Chubby haben diesen
Gitarrenstil weiterentwickelt.
The
Jimi Hendrix Experience
Jimi Hendrix (1942-1970)
Are You Experienced?
Stevie
Ray Vaughan and Double Trouble
Stevie Ray Vaughan (1954-1990)
Texas Flood
Popa
Chubby
Ten Years With Popa Chubby / Best of
Interessante Vertreter des heutigen Blues und innovativen Gitarrenspiels sind:
- Popa Chubby
- Robert Cra
- Keb' Mo'
Anzufügen sind noch Gitarristen des Jazz-Blues, die eine eigene Entwicklung genommen haben:
- Charlie Christian (1916-1942)
- Wes' Montgomery
- George Benson
- George Barnes
Rock
- Early Rock
- Rock and Roll
- Twang Guitar
- Folk Rock
- Soul
- Beat / Pop
- Hard Rock
- Latin Rock
- Soft Rock
- Funk
- Acid Rock
- Punk
- Heavy Metal
- Grunge
- Nu Rock / Nu-Metal
Early Rock
Eine neue Ära der Musik begann als 1955 "Rock around the clock" von Bill
Haley (1927-1981) ein Hit wurde. Elvis Presley (1935-1977)
landete ein Jahr später Nr. 1 Hits mit "Heartbreak Hotel" und "Hound
Dog".
Rock and Roll
Chuck Berry, der "Rock 'n' roller",
prägte mit seinem Gitarrenspiel die gitarristische Nachwelt. Johnny
B Good ist ein Rock 'n' roll-Standard von 1958, der in einer Bearbeitung
auf dieser Website vorgestellt wird. (Siehe Rubrik Blues!)
Twang Guitar
Klarer, unverzerrter E-Gitarren-Sound (Clean-Sound) mit Fender-Gitarren,
etwas Hall (Reverb) und Echo-Effekten und mit Einsatz des Vibrato-Hebels.
Die 60er, das goldene Zeitalter des Rock and Roll brachte
auch instrumentale Gitarrenstücke hervor. The
Ventures aus den USA mit Walk don't run (Siehe Rubrik Rock!) oder The
Shadows aus England mit Apache sind gute Beispiele.
- Dick Dale
- Duane Eddy
- The Ventutres
- The Shadows
- The Spotnicks
"Rockabilly"-Gitarrist Brian Setzer / Stray
Cats zeigt wie Rock aus den 50-er und 60-er Jahren aufgearbeitet
und mit eigenen, neuen Ideen vermischt werden kann.
Folk Rock
Durch The Byrds (1963-1964), die Songs von Bob
Dylan als Hits landeten wurde der Folksong "elektrifiziert" und
bekam eine neue populärere Dimension.
Soul
Soul ist Musik der Schwarzen und entwickelte sich aus kirchlichen Gospelsongs und weltlichem Rhythm and Blues. Mitte der 50-er Jahren begann sich dieser Stil zu entwickeln:
- Ray Charles
- James Brown (The King of Soul)
Der Begriff Soul wurde aber erst in den 60-er Jahren verwendet. Zu den oben genannten kamen weitere hinzu:
- Otis Redding
- Wilson Pickett
- Aretha Franklin
- Stevie Wonder
- Diana Ross & The Supremes
Beat / Pop
Die, anfänglich durch die Beatles geprägte, Beat-Ära betraf nicht nur die Musik, es war auch Zeitgeist: Aufstand der 60-er, Wiederstand gegen das Spießertum usw.
- The Beatles
- The Rolling Stones
- The Kinks
- The Who (Pete Townshends)
- The Yardbirds (Eric Clapton / Jeff Beck)
- The Animals
- The Jimi Hendrix Experience
Hard Rock
Der Rock der 70-er Jahren wurde von Jimi Hendrix eingeleitet. Sein einzigartiges Live-Album: Band of Gypsys mit Buddy Miles / Drum und Billy Cox / Bass, wurde in der Silvesternacht 69 / 70 aufgenommen.
Jimi
Hendrix (1942-1970)
Band of Gypsys
AC/DC
Angus & Malcolm Young
Highway to Hell
Deep
Purple
Ritchie Blackmore
Machine Head / Smoke on the water
Black
Sabbath
Frank Iommi
Paranoid
- Led Zeppelin (Jimmy Page)
- Pink Floyd (David Gilmour)
- The Allman Brothers Band ( Dickey Betts / Duane Allman)
- Eagles
Latin Rock
Durch den Einsatz von Percussion wurde der Rock mit Latin-Rhythmen vermischt:
- Santana (Carlos Santana)
Soft Rock
Die Mixtur aus Rock and Roll, Folk, Country und Blues brachte den Soft Rock mit folgenden Gruppen und Bands hervor:
- Mamas and Papas
- The Lovin' Spoonful
- Creedence Clearwter Rivival
- Procol Harum
- Simon and Garfunkel
- Donovan
Funk
Funk & Soul wird oft als ein Begriff verwendet. Der Funk hat sich
nach dem Soul entwickelt. Die Rhythmen sind meist im Double timing mit
einer guten Dämpftechnik der Greifhand und jazzigen Harmonien gespielt.
Der Bass wurde mit der Slap-Technik zu einem wichtigen Element.
Bläser, Rhythmusgitarre Bass und Drum bilden zusammen vertrackte Rhythmus-Grooves.
- Sly & The Family Stone
- James Brown
- Earth, Wind & Fire
- War
- Prince
- Living Colour
- Whitney Housten
Acid Rock
Als 1965 in San Francisco eine Drogenwelle ausbrach, haben sich viele Musiker darunter auch Gitarristen beeinflussen lassen. Es war die Zeit wo der Gitarrenklang über den Verstärker mit Verzerrer, Feetback und Sustain gespielt wurde. Zu den Acid Rockgruppen zählten:
- Jimi Hendrix
- The Doors
- Jefferson Airplane
- The Byrds
- The Rolling Stones
Punk
Punk ist harte, minimalistische Rockmusik mit gesellschaftskritischen
Texten. Er entstand, in der Mitte der 70er Jahren in New York, aus einer
Ablehnung der Hippies, Softrock und des virtuosen "Kunstrock" der
70er Jahren.
Nimm Dir eine E-Gitarre, steck das Kabel in den Verstärker, dreh alle
Knöpfe auf und spiel drauf los... und schrei Dir die Seele vom Leib!
Green
Day
Billie Joe Armstrong
American Idiot
(Grammy für "Best Rock Album")
- The Sex Pistols
- The Clash
- Die Toten Hose
Heavy Metal
Die Ursprünge des Heavy Metal liegen bei den britischen Bands: Black Sabbath, Deep Purple und Led Zeppelin. Anfang der 80-er Jahre wurde Heavy Metal durch folgende Bands geprägt:
- Judas Priest
- Iron Maiden
- Motörhead
Stile des Heavy Metal können nach Bands, Musikstücken oder anderen "ergründlichen" und auch "unergründlichen" Kriterien vorgenommen werden:
- Classic / True Metal / Ursprung der Metalstile
- Power Metal / Pantera
- Speed Metal / hohes Tempo / Megadeth
- Trash Metal / Slayer / Anthrax
- Grincore Metal / Napalm Death
- Hardcore Metal / Biohazard
- Black Metal / "Tod und Teufel"-Bands
- White Metal / "Jesus-Besinger"-Bands
- Death Metal / "Knurr- und Grummel"-Bands
- Doom Metal / Folk Einflüsse
- Gothic Metal / schwermütige Texte
- Industrial Metal / viel Elektronik / Rammstein
- Progressiv Metal / Queensryche / Dream Evil
- Glam / Sleaze Metal / Mötley Crüe / Def Leppard
Die wichtigsten Heavy Metal-Bands der 80-er Jahre:
- Metallica
- Guns n' Roses
Slayer
Kerry King
Reign in Blood
Metallica
Kirk Hammett
Black Album
Enter Sandman / Nothing Else Matters
Grunge
In den 90-ern entstandene Mischung aus Punk, Metal und Hard Rock, jenseits von Glimmer und Kommerz.
Nirvana
Kurt Cobain (1967-1994)
Nevermind / Smells Like Teen Spirit
Nu Rock / Nu-Metal
"Metal für das neue Jahrtausend" - Markenzeichen:
- harte Gitarren-Riffs
- exzessiv eingesetzte Overdubs
- tiefer gestimmte Saiten - Dropped Tunings
- Vibratoblock (Tremolobrücke) mit Holzkeil festsetzen
- keine blusigen Töne
- keine konventionellen Gitarrensoli
- Funk-Grooves mit abrupt wechselnden Rhythmen
- gerappte Vocals ("Motherfucker" darf nicht fehlen!)
- DJ-Scratching, Samples, Drum-Loops
- Pantera
- Anthrax
- Rage Against The Machine (Tom Morello)
- Korn (James Schffer / Brian Welch)
- Limp Bizkit (Wes Borland)
- Papa Roach (Jerry Horton)
- Linkin Park (Brad Delson)
Demnächst mehr über: Country, New Wave, Fusion (Jazz / Rock), Raggea, HipHop
Fingerstyle Jazz
Fingerstyle-Guitar beinhaltet Techniken des Jazz und Blues die auf der
Nylonsaiten-Gitarre gespielt werden.
Zwei Vertreter dieser Gitarrenstile, die auch exzellente
Lehrbücher verfasst haben sind:
- Barry Galbraith (1919-?)
- Lenny Breau (1941-1984)
Lehrbücher:
- Guitar Comping / Barry Galbraith
- Fingerstyle Jazz / Lenny Brea
Jazz-Stile:
- um 1900 / Blues und Ragtime
- um 1910 / Boogie Woogie (Piano)
- um 1920 / Dixiland
- um 1930 / Swing (Big Bands)
- um 1940 / Bebop
- um 1950 / Hardbop
- um 1960 / Free Jazz
- um 1960 / Fusion / Jazz-Roc
Guitarra Brasileira
Brasilianische Musik ist eine Mischung aus Einflüssen von Kulturen der brasilianischen Ureinwohner, Afrikaner und Europäer.
Baiao
Der Baiao (Baion) stammt aus der nord-östlichen Gegend Brasiliens.
Die traditionelle Baiao-Besetzung ist: Akkordeon (Sanfoma), Gitarre, Triangel
und die horizontal gespielte Basstrommel (Zabumba).
Einer der wichtigsten Vertreter war der Akkordeonspieler Luiz
Gonzaga. Er machte den Baiao, der in der brasilianischen Volksmusik
schon lange vor ihm gespielt wurde, 1945 bekannt.
Choro
Der Choro ist in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden.
Den europäischen Tänzen wie Polka, Schottisch, Walzer und Mazurka
wurde südamerikanisches Flair eingehaucht. D.h. Die Melodien und Begleitungen
wurden rhythmischer und mit erweiterten Harmonien und Bassläufe gespielt.
Die Choro-Gruppen setzten sich aus Flöte (Melodie), Cavaquinho (Harmonie
/ viersaitiges ukulelenartiges Instrument), Gitarre und Perkussion zusammen.
Die Gitarre spielt die für diesen Stil charakteristischen Bassläufe
(Basslinien).
Neben Ernesto Nazaré (Piano)
und Pixinguinha (Flöte) ist Joao
Pernambuco, der für die Gitarre zahlreiche Choros geschrieben
hat, zu erwähnen.
Samba
Samba ist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden. Aus unserer mitteleuropäischer Sicht ist der Samba die allgemeine Zusammenfassung brasilianischer Musik. Genaugenommen ist der Samba, der in den Sambaschulen für den Karneval gespielte Tänze, Lieder und Rhythmen. Da kaum zwischen traditionell brasilianischer Volksmusik und populärer brasilianischer Musik unterschieden wird, gibt es den Sammelbegriff: "musica popular brasileira".
Bossa Nova
Bossa Nova, auch Jazz Samba genannt, ist in den 60-er Jahren entstanden
als eine Fusion zwischen brasilianischer Musik (Samba) und Jazz.
Die herausragendsten Kompositionen schrieb Antonio
Carlos Jombim (Girl From Ipanema, One Note Samba, Desafinado) und
der Gitarrist Luiz Bonfa (Mahna De Carneval,
Samba De Orfee).
Der brasilianische Gitarrist Baden Powell verband
Samba mit afrikanischer Musik und schuf den sogenannten Afro Samba (Canto
Ossanah, Berimbau).
- Barry Galbraith (1919-?)
- Luiz Bonfa (1922-2001)
- Charlie Byrd (*1925)
- Laurindo Almeida (*1917)
- Baden Powell (1937-2000)
- Sebastiao Tapajos
Celso Machado stammt aus einer Familie, in der traditionelle brasilianische Volksmusik gespielt wurde. Er hat zahlreiche Kompositionen für Gitarre publiziert.
Celso
Machado
Jongo le
Ein empfehlenswertes Lehrbuch über brasilianische Gitarre gibt es von dem in München lebenden Gitarristen:
Ahmed El-Salamouny
Brazilian Guitar (Acoustic Music Records)
Celtic Tunes
Celtic Tunes sind keltische Melodien die, vor allem durch den bretonischen Harfenisten Alan Stivell, in den 70-ger Jahren wiederentdeckt und anfänglich in Frankreich und dann in ganz Europa bekannt wurden.
Die zum Teil bestechend einfachen Melodien, zum Teil aus dem 14. Jahrhundert, sind einzigartig, haben einen mystischen Charakter und werden vorwiegend auf der keltische Harfe mit Metallbesaitung gespielt.
Der schottische Gitarrist John Renbourn hat mehrer Stücke für Gitarre solo arrangiert und eingespielt.
Irish Music
Die traditionelle Irische Musik - Irish Music - wird in zwei Bereiche aufgeteilt: Lieder und Instrumentalmusik.
Lieder
Die typischen irischen Lieder sind Songs und Balladen, die "alte" und "neue" Geschichten erzählen. Ursprünglich wurden sie ohne Begleitung gesungen. Heutzutage werden sie wie Folksongs vorwiegend mit Gitarre begleitet.
Instrumentalmusik
Traditionelle irische Instrumental-Melodien - Jigs, Reels, Hornpipes - sind einstimmig festgelegte Melodien die mit verschiedenen Melodieinstrumenten - Tin Whistle, Fiddle, Tenor Banjo, Irish Harp - gespielt und traditionell mit Irish Bouzouki (Mandocello) und Bodhrán (Handtrommel) begleitet werden.
Gitarre
In den letzten Jahren wurde die Gitarre vermehrt als Begleitinstrument eingesetzt und vereinzelt auch Melodien im Flatpicking-Style gespielt. Für Gitarre solo werden die Stücke mit Fingerpicking-Techniken arrangiert und gespielt.
"Traditionelle" irische Gitarristen wie Steve Cooney und Arty McGlynn verwenden für Gitarren-Begleitungen bevorzugt folgende zwei Stimmungen:
- DADGAD Tuning
- Drop D Tuning
African Guitar
Die Dokumentation African Guitar (1966-1993) von Gerhard Kubik zeigt Gitarrespieler aus Uganda, Kongo, Zentralafrikanische Republik, Malawi, Namibia und Sambia.
Ali Farka Touré (1939-2006) aus Mali war einer der renommiertesten Musiker Afrikas. Er übertrug die traditionellen Techniken der Gurkel (einsaitiges Zupfinstrument), Njarka (einsaitiges Streichinstrument) und Ngoni (viersaitige, afrikanische Bogenharfe) auf die Gitarre (Akustikgitarre / E-Gitarre). Der Bluesman of Africa wurde mit dem Album Talking Timbuktu bekannt, das er mit dem amerikanischen Musiker Ry Cooder 1993 einspielte.
Djelimady Tounkara war der Leader der Super Rail Band und gewann mit dem Album Sigui (2001) den BBC Radio World Music Award für Afrika.
Ali
Farka Toure
In The Heart Of The Moon
(mit Toumani Diabaté)

Djelimady Tounkara
Midnight In Mali (Live)
Gitarren-Perkussion
Die Gitarren-Perkussion verwendet den
Korpus der Klassik- oder Akustikgitarre als Perkussionsinstrument.
Die unterschiedlichen Möglichkeiten Perkussionsklänge zu erzeugen,
mit der Hand oder den einzelnen Fingern, auf Saiten,
Steg, Decke, Zargen oder Boden der Gitarre, lassen
jeden Handtrommel-Rhythmus imitieren.
Gitarren-Perkussion
wird im Zusammenspiel als Perkussionsinstrument oder
im Solospiel als rhythmische Einlagen verwendet.
Besonders
geeignet sind brasilianische, lateinamerikanische und
afrikanische Begleitungen oder Spielmusik, in der oft
neben der Gitarre auch Perkussionsinstrumente mitspielen.
Auch zu Folk-, Rock, Blues und Jazzstücken
kann Gitarren-Perkussion eine Ergänzung oder eine Abwechslung zur
normalen Gitarren-Begleitung sein.
Lehrbuch: Gitarren-Perkussion / René Senn
Alpenländischen Volksmusik
Die Gitarre wird in der alpenländischen Volksmusik hauptsächlich in Bayern und im Tirol gespielt.
Über die Gitarre in der Alpenländische Volksmusik wurde ein Artikel in "Gitarre und Laute" (6/1998 und 1/1999) von Stefan Hackl (Tirol) veröffentlicht.
Die Gitarre wird vorwiegend als Begleitinstrument in der "Stubenmusi" verwendet.
Eine traditionelle Besetzung ist: Hackbrett, Zither;
Harfe, Gitarre und Bass.
Sepp Eibl, der Schöpfer Altbaierischer Gitarrenmusik
spielte viele Stücke im Gitarren-Duo.
Die wichtigsten Vertreter der alpenländischen Gitarre sind:
- Tobi Reiser sen. (Salzburg)
- Sepp Eibl (Kreuth)
- Sepp Hornsteiner (R. Strauss Konservat.)
- Martin Kern (Allgäu)
- Wolfgang Neumüller (Rosenheim)
- Martin Schwab (Bad Reichenhall)
- Klaus Karl (Österreich)
Klassik
Die klassische Gitarrenmusik umfasst die
gesamten Spielstücke der sogenannten Konzertgitarre. Sie wird grundsätzlich
Solo gespielt, es gibt aber auch Musik für Gitarren-Duos, Trios oder
Quartette.
In der Klassik gibt es einerseits die Komponisten, sie schreiben oder komponieren
die Musik, anderseits die Interpreten, sie spielen beziehungsweise interpretieren
die Musik.
Zu den wichtigsten Interpreten zählen:
- Andres Segovia (1893-1987)
- Narciso Yepes (1927-1997)
- Julian Bream
- Pepe & Angel Romero (Duo und Quartett)
- John Williams
Die Literatur kann über die Musikepochen eingeteilt werde:
Mittelalter 1350-1450
Die Entwicklung der Notenschrift steckte in den Anfängen. Die einstimmigen
Melodien wurden auf einfachen Instrumenten gespielt.
Für Gitarre sind diese Melodien nachempfunden und bearbeitet.
- Troubadours
- Gregorianischer Choral
- Minnesänger
Renaissance 1450-1650
Der Anfang der Mehrstimmigkeit setzte auch den Umgang mit der Notenschrift
voraus.
Spielstücke für Gitarre sind Bearbeitungen der Literatur für
Renaissance-Laute oder andere Instrumente.
- William Byrd (1543-1623)
- John Dowland (1563-1626)
Barock 1650-1750
Die Entstehung größerer Werke verlangte praktische und theoretische
Kenntnis über Musik und deren Strukturen.
Spielstücke für Gitarre sind Bearbeitungen der Literatur für
Barock-Laute oder andere Instrumente.
- Gaspar Sanz (1640-1710)
- Antonio Vivaldi (1678-1741)
- Johann Sebastian Bach (1685-1750)
- Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Klassik 1750-1800
In den ersten Lehrbücher und Literatur für Gitarre wurde die Musik der großen Komponisten Haydn, Mozart und Beethoven nachempfunden.
- Fernando Sor (1778-1839)
- Mauro Giuliani (1781-1829)
- Matteo Carcassi (1792-1853)
Romantik 1800-1900
Der Bau der Gitarre (Torres-Modell) und neue Spieltechniken sind die Grundlagen unserer heutigen Gitarre.
- Francisco Tarrega (1852-1909)
- Isaac Albeniz (1860-1909)
Moderne
Es entsteht eigenständige und interessante Literatur für Gitarre. Anderseits werden mit neuen spieltechnischen Ansätzen Literatur für Klavier oder andere Instrumente bearbeitet.
- Heitor Villa-Lobos (1887-1959)
- Leo Brouwer
- Celso Machado
Alte Gitarren-
und Lautenmusik
Die alte Gitarren- und Lautenmusik befasst sich mit der Zeit der Renaissance und Barock; von ca. 1450 bis ca. 1750.
Aus dieser Zeit sind sogenannt Gitarren- und Lautenbücher in verschiedenen Tabulaturschriften erhalten. Aus diesen sind dann zahlreiche Publikationen in die heutige Standardnotation übertragen worden. Seit ein paar Jahren gibt es auch Faksimile-Ausgaben oder Publikationen in alter, meist französischen Tabulaturschrift.
Renaissance 1450-1650
- Gitarre
- Luis de NARVÁEZ (1500-1555)
- Luis MILAN (1502-1561)
- Alonso MUDARRA (1508-1580)
- Laute
- Hans JUDENKÜNIG (1445-1526)
- Francesco da MILANO (1497-1543)
- John DOWLAND (1563-1626)
Barock 1650-1750
- Gitarre
- Francesco CORBETTA (1620-1681)
- Gaspar SANZ (1640-1710)
- Robert de VISÉE (ca. 1660-1720)
- Laute
- Johann Anton LOGY (1650-1721)
- Sylvius Leopold WEISS (1685-1750)
- Johann Sebastian BACH (1685-1750)