Alte Gitarren- &

Lautenmusik

 

RenaissanceDie Tabula (lat.) war die Tafel oder das Blatt, auf welchem ein Musikstück niedergeschrieben wurde.
(J. Wolf / 1919)

Das Spielen aus alten Tabulaturbücher setzt das Verständnis über die Instrumente, deren Stimmung und Besaitung, und den entsprechenden Tabulaturschriften voraus.  In den meisten Publikationen fehlen diese Hinweise oder sind unvollständig, so dass das Spielen dieser Transkriptionen - Übertragungen in die Standardnotation - zu Irritationen führen kann.  Beispielsweise gibt es Transkriptionen, die durch das akribische festhalten der Noten bei der Standardstimmung, aus einem einfachen Stück ein "Fingerbrecher" macht. In den meisten Fällen ist es einfacher und besser, sich an die Originalstimmung zu halten und entsprechend die Saiten umzustimmen.  Nach meiner Ansicht dürfen Korrekturen, Ergänzungen oder auch Veränderungen jeglicher Art vorgenommen werden aber immer so, dass die Bearbeitung mit einem Hinweis oder am Besten mit einer Faksimile-Abbildung ergänzt wird.

Instrumente
 

Klang-, Spiel- & Bauweise

Klang-, Spiel- & Bauweise

Die Klang alter Gitarren - Renaissancegitarre, Vihuela, Barockgitarre, Guitarra espanola - unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von Klang und Spielweise zur heutigen Gitarre. Wer die Möglichkeit schon mal hatte, diese Instrumente, beziehungsweise Rekonstruktionen, im Vergleich zu hören, könnte fast von einer anderen Instrumentenfamilie sprechen. Wer dann noch die Möglichkeit hatte auf ihnen zu spielen, wird vollends Überzeugt sein, dass sich Klang und Spielweise doch gravierender unterscheiden.

Die Bauweise (Konstruktion des Korpus), das Saitenmaterial (Darmsaiten) die Art der Bespannung (ein- oder doppelchörig) und die Stimmung der Saiten, weisen zum Teil erhebliche Unterschiede auf. Dennoch kann man die Stücke auf den heutigen Gitarren spielen und die Faszination dieser Musik entdecken.

Von der Laute, die sich sichtbar deutlicher von einer Gitarre unterscheidet, ist ja bekannt, dass der Klang ein anderer als der, der heutigen Gitarre ist. Der Klang einer Vihuela ist dem einer Laute näher als der, einer Gitarre.

 

Stimmung & Besaitung

Stimmung & Besaitung

Die relative Tonhöhe gibt sozusagen die Tonabstände der Saiten zueinander an. Dies ist für eine "tabulaturgetreue" Wiedergabe relevant.

Die absolute Tonhöhe der Stimmung war von dem zur Verfügung gestandenen Saitenmaterial aus Darm und der Saitenlänge des Instrumentes (Mensur) abhängig. Grundsätzlich wurde empfohlen die Saiten möglichst so hoch zu Spannen, bis sie kurz vor dem Zerreißen waren. Daraus ergibt sich, dass eine absolute Tonhöhe nicht gegeben war. Abgesehen davon war der Kammerton nach Praetorius (1614) früher um etwa 4 Halbtöne höher festgelegt: a1 = 567 Hz (heute 440 Hz)
Demzufolge wäre dann die heutige Standardstimmung der Gitarre, gegenüber den alten Gitarren und Lauten nur um einen Halbton tiefer.

Die Art der Besaitung wird wie folgt definiert:

einchörig = eine Saite

doppelchörig = zwei Saiten

unisono = gleichstimmig

Oktave = um eine Oktave auseinander gestimmt. Die Oktavsaite liegt grundsätzlich "über" der Normalsaite zur 1. Saite hin.

Bordunsaiten sind zusätzliche, freischwingende Basssaiten, die nicht gegriffen werden.

Das Umstimmen einer Lautensaite - Basssaiten, bezw. Bordunsaiten - wurde als Abzug bezeichnet:
Die Laute steht im Abzug.

   

Erläuterungen zu den folgenden Tabellen zur Stimmung und Besaitung (Beispiel):

Saite
Original G/G c/c f/f a/a d1/d1 g1/g1
Gitarre E A d fis h e1
Capo III G c f a1 d1 g1

Die oberste Zeile zeigt die heutige Saitenbezeichnung (Zahl in einem Kreis). 

Die folgende Zeile Original legt die bevorzugte Originalstimmung von der Tonhöhe und der Art der Besaitung (einchörig oder doppelchörig) fest.

Es folgt die entsprechende Stimmung der heutigen Gitarre. Rotgekennzeichnete Eintragungen markieren umzustimmende Saiten.

Um die Originaltonhöhe zu erreichen wird der Kapodaster (Capo) in den entsprechenden Bund (römische Zahl) aufgesetzt.

Stimmung für das praktische Spiel auf den heutiger Gitarre:

  1. Um eine tabulaturgetreue Wiedergabe der 6-chörigen Vihuelen- und der Lautenmusik zu erreichen ist es notwendig die 3. Saite einen Halbton tiefer nach fis umzustimmen:
    E   A   d   fis   h   e1  
  2. Die "Originaltonhöhe" kann durch das Verwenden des Kapodasters im 3. beziehungsweise im 5. Bund erzielt werden.

Wer die heutige Standardstimmung: E   A   d   g   h   e1 
verwendet, sollte die Stücke bearbeiten und zwangsläufig den Fingersatz (Applikatur) neu gestalten.

 

Alte Gitarren
 

Renaissancegitarre

Renaissancegitarre

Von der 4-chörigen Renaissancegitarre aus dem 16. Jahrhundert gibt es nur wenige Originalinstrumente. In Italien wurde sie zu dieser Zeit Chitarra und in Frankreich Guiterne genannt. Im Gegensatz zur Vihuela oder Laute entspricht sie eher den Kriterien einer heutigen Gitarre.

Vereinfacht: Eine Gitarre ist dann eine Gitarre wenn der Boden flach und aus einem Holz, beziehungsweise zwei zusammengesetzt Holzstücken besteht. So, wie heutige Gitarren auch konstruiert sind.

Die sogenannten Lauten, die von 1900 bis 1940 in Deutschland gebaut wurden und hierzulande öfters anzutreffen sind, entsprechen diesen Kriterien nicht. Sie sind Zwitterinstrumente und treffend als Gitarrenlauten zu bezeichnen: mehr Gitarre als Laute!

Die zwei wichtigsten Spieler stammten aus Spanien und haben auch für das Instrument die entsprechenden Stücke in Tabulaturen festgehalten.

  • Luis de NARVÁEZ (1500-1555)
  • Alonso MUDARRA (1508-1580)

Fantasia del primer tono / Italienische TAB

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Renaissancegitarre
Darstellung um 1570


4-chörige Renaissancegitarre

Die Originalstimmung nach Muderra entspricht der heutigen Standardstimmung der Gitarre. Mit dem Kapodaster im 5. Bund kann die Originaltonhöhe erzielt werden:

Saite
Original     g/g c1/c1 e1/e1 a1
Gitarre (E) (A) d g h e1
Capo V (A) (d) g c1 e1 a1

 

Bei der von Muderra beschriebenen Alten Stimmung (Tiemple viejos) wird die 4. Saite einen Ganzton tiefer gestimmt:

Saite
Original     f/f c1/c1 e1/e1 a1
Gitarre (E) (A) c g h e1
Capo V (A) (d) f c1 e1 a1

 

Vihuela

Vihuela

Es hat wenig oder keinen praktischen Nutzen, zwischen der Renaissancegitarre und der  Vihuela zu unterscheiden wenn nicht mehrere ähnliche oder gleiche Originalinstrumente erhalten, oder Rekonstruktionen erhältlich sind. Also sage ich einfach: in Spanien hieß die Renaissancegitarre Vihuela, in Italien Viola oder Chitarra und in Frankreich La Guiterne.

Die Vihuela hat, im Gegensatz zur Gitarre, einen gewölbten Boden aus zwei oder drei fingerbreiten Spänen (Holzstücke). Der Klang, die Bodenkonstruktion, die Spielweise und Literatur ist ähnlich wie bei der Laute.
Die Vihuela stammt aus Spanien und ist auch das wichtigste Herkunftsland der Spieler und seiner Literatur.
  • Luis MILAN (1502-1561)

Pavana / Spanische TAB

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Vihuela
Darstellung um 1555

 

6-chörige Vihuela

Sämtlich Saiten haben eine doppelchörige, unisono Saitenbespannung.
Ausgehend von der Standardstimmung, wird die 3. Saite um einen Halbton tiefer, von g nach fis umgestimmt zur sogenannten Lautenstimmung. Stimmung nach Milan:

Saite
Original G/G c/c f/f a/a d1/d1 g1/g1
Gitarre E A d fis h e1
Capo III G c f a1 d1 g1

Die Vihuela wurden mit einem Plektrum oder „von Hand“ angeschlagen aber auch mit einem Bogen gestrichen.

Klicken Sie auf die folgenden Abbildungen (um 1500)
um sie genauer zu Betrachten und um den Unterschied der Spielweise festzustellen.

Vihuela de peñolaVihuela de peñola (Guitarre morsica): 
mit dem Plektrum geschlagen 

Vihuela de manoVihuela de mano (Guitarra ladina)
mit den Fingern gezupft

Vihuela de arcoVihuela de arco (Guitarra)
mit dem Bogen gestrichen

 

Barockgitarre

Barockgitarre

Die Barockgitarre entwickelte sich aus den 4-, 5- und 6-chörigen Instrumenten der Renaissance. Es wurden ausschließlich Saiten aus Schafsdarm verwendet.
Mit dem, im 17. Jahrhundert entstandenen Begriff Guitarra espanola ist vereinfacht gesagt die Barockgitarre gemeint. Die wichtigsten Spieler und Interpreten stammen aus Spanien und Frankreich.

  • Francesco CORBETTA (ca.1620-1681)
  • Gaspar SANZ (1640-1710)
  • Robert de VISÉE (ca. 1660-1720)

 

Barockgitarre
Darstellung um 1555

 

5-chörige Barockgitarre

5-chörige Barockgitarre wurde in drei Stimmungen gespielt. Alle drei entsprechen der Standardstimmung und unterscheiden sich nur in der Art der Oktavbesaitung.

Stimmung A / Foscarini, Calvi, Guerau, Sanz:

Saite
Original   A/a d/d1 g/g h/h e1/e1
Gitarre (E) A d g h e1

 

Stimmung B / Foscarini, de Visée, Sanz:

Saite
Original   A/a d/d g/g h/h e1/e1
Gitarre (E) A d g h e1

 

Stimmung C (ohne Basstöne) / Valdambrini, Sanz:

Saite
Original   a/a d1/d1 g/g h/h e1/e1
Gitarre (E) (A) (d) g h e1

 

Chitarra Battente

Chitarra Battente

Die Chitarra Battente ist eine Schlaggitarre und wurde am Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut. Der Boden ist wie bei einer Vihuela gewölbt. Ihr Verwendungszweck war das Begleiten von Tanz- und Vokalstücken. Es wurden Stahlsaiten aufgezogen, die wie bei einer Jazzgitarre seitlich befestigt sind. Überhaupt erinnert das doppelchörige Instrument an die heutige 12-saitige Akustikgitarre.


Chitarra Battente (Venedig 1624)

 

5-chörige Chitarra Battente

Interessant ist der genaue Vergleich mit der heutigen 12-saitige Akustikgitarre. Man beachte das die Anordnung der Oktavsaite anders ist!

Saite
Original   A/a d/d1 g/g h/h e1/e1
Gitarre (E) A d g h e1
12-saitige (e1/E) a/A d1/d g1/g h/h e1/e1

 

Lauten
 

Renaissancelaute

Renaissancelaute

Bei der Laute ist der Kopf im rechten Winkel zum Hals nach hinten geknickt und wird auch deswegen als Knickhalslaute bezeichnet. Die Renaissance- und Barock-Laute unterscheiden sich vor allem durch die Besaitung und teilweise auch durch die sogenannte d-moll-Stimmung.

Die Lautenliteratur des 16. Jahrhunderts ist in vielen Teilen Europas zu finden.

Deutschland

  • Hans JUDENKÜNIG (1445-1526)
  • Hans NEWSIDLER (1508-1563)
     

England (in ganz Europa unterwegs)

  • John DOWLAND (1563-1626)
     

Frankreich

  • Pierre ATTAIGNANT (1528-1530)
     

Italien

  • Joan Ambrosio DALZA (1483-1533)
  • Francesco da MILANO (1497-1543)
     
          

Ungarn

  • Valentini BAKFARK (1507-1576)
     

Polen

  • Albert DLUGORAJ (ca.1550-1619)

 

  • Das ander Priamel
  • Hast du mich genummen
  • Ein Niderlendisch Tentzlein
  • Pavana alla venetiana

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Renaissancelaute
Darstellung um 1568

 

6-chörige Renaissance-Laute / Dicant-Laute

nach Judenkünig / A-Stimmung
Ausgehend von der Standardstimmung, wird die 3. Saite um einen Halbton tiefer, von g nach fis umgestimmt. (Lautenstimmung)
   

Saite
Original A/a d/d1 g/g1 h/h e1/e1 a1
Gitarre E A d fis h e1
Capo V A d g h e1 a1

 

6- (10-) chörige Renaissance-Laute / Alt-Laute

G-Stimmung
Ausgehend von der Standardstimmung, wird die 3. Saite um einen Halbton tiefer, von g nach fis umgestimmt. (Lautenstimmung)

Saite
Original g/g c/c1 f/f1 a/a d1/d1 g1
Gitarre E A d fis h e1
Capo III G c f a d1 d1
             
Bordunsaiten Laute Gitarre TAB
7. Saite
8. Saite
9. Saite
10. Saite
F
E (Es)
D
C
D
Cis (C)
H
A
a
/a
//a
///a

 

Abzug

Der sogenannte Abzug war die Bezeichnung für das Tieferstimmen der 6. Saite um einen Ganzton.
Als später die 7. Saite (Bordunsaite) hinzukam war das Umstimmen hinfällig.
Ausgehend vom heutigen Gitarrenverständnis entspricht der Abzug dem Drop D Tuning.

Die Chöre (Saiten) wurden wie folgt benannt:

Saite Chor

Deutsche
TAB

Italienische
TAB

englisch
a1 Quint-Saite Canto Treble
e1/e1 Gesangs-Saite Sottana Small meane
h/h Mittel-Saite Mezzana Great meane
g/g1 Klein-Prummer Tenore Countenor
d/d1 Mittel-Prummer Bordone Tenore
A/a Groß-Prummer Contrabasso Base

 

Barocklaute

Barocklaute

Die Barocklaute gibt es in der 10-chörigen und 13-chörigen Ausführung.
Die berühmtesten Lautenisten, die auch Stücke für die Barocklaute geschrieben haben, bevorzugt die französischen Tabulatur. Sie lebten im 17. und 18. Jahrhundert.

  • Johann Anton LOGY (1650-1721)
  • Sylvius Leopold WEISS (1685-1750)
  • Johann Sebastian BACH (1685-1750)

 

10- (13-) chörige Barockaute

In England und Italien wurde auch in der Barockzeit die Renaissance-Lauten-Stimmung bevorzugt. Ausgehend von der Standardstimmung, wird die 3. Saite um einen Halbton tiefer, von g nach fis umgestimmt. (Lautenstimmung)

Saite
Original g/g c/c1 f/f1 a/a d1/d1 g1
Gitarre E A d fis h e1
Capo III G c f a d1 d1
             
Bordunsaiten Laute Gitarre TAB
7. Saite
8. Saite
9. Saite
10. Saite
11. Saite
12. Saite
13. Saite
F/f
E/e
D/d
C/c
H/h
A/a
G/g
D
Cis
H
A
Gis
Fis
E
a
/a
//a
///a
4
5
6

 

13-chörige Barockaute / d-moll-Stimmung

In Frankreich wurde die Barocklauten-Stimmung bevorzugt. Die 6.Saite konnte wahlweise auch mit einer Oktavsaite bespannt werden: *A/a
Für die Gitarre ergibt dies die h-moll-Stimmung. Die 1. Saite wird um einen Ganzton tiefer und die 3. Saite um einen Halbton tiefer gestimmt. Durch das, um einen Ganzton, ungünstige Hochstimmen, wird diese Stimmung auf der Gitarre selten oder gar nicht verwendet. 

Saite
Original *A/A d/d f/f a/a d1 f1
Gitarre Fis H d fis h d1
Capo III A d f a d1 f1
             
Bordunsaiten Laute Gitarre TAB
7. Saite
8. Saite
9. Saite
10. Saite
11. Saite
12. Saite
13. Saite
G/g
F/f
E/e
D/d
C/c
H/h
A/a
E
D
Cis
H
A
Gis
Fis
a
/a
//a
///a
4
5
6

 

Laute & Theorbe

Laute & Theorbe

Die Theorben gehören zur Lautenfamilie und sind Lauten mit Bordunsaiten: freischwingenden Saiten, die nicht gegriffen werden. Der Hals einer Theorbe kann bis zu zwei Meter lang sein.

Laute & TheorbeLaute und Theorbe von Marsenn’s Harmonie Universelle (1636)

 

Notationsarten
 

Alte Tabulaturen

Alte Tabulaturen

Die Gitarren- und Lautenliteratur des 16. bis 18. Jahrhunderts wurde in Form von Tabulaturen notiert. Die Tabulaturschrift ist ein Notationssystem, das anzeigt in welchem Bund zu greifen und welche Saite anzuschlagen ist. Die darüberstehende Rhythmusnotation gibt die Noten-, beziehungsweise die Tonlängen an. 

Die gebräuchlichste war die französische Tabulatur mit Buchstaben.

Die spanische Tabulatur, mit Zahlen, entspricht der heutigen Tabulaturnotation, so, wie ich sie auch unter der Standardnotation verwende.

Bei der italienischen Tabulatur war die Saitendarstellung umgedreht: die 1. Saite wird zuunterst geführt.

Die deutsche Tabulatur, die aus meiner Sicht am Umständlichsten umzusetzen ist, verwendet Zahlen für die Leersaiten und Buchstaben für die "Bundfortschreitungen".

Alte Tabulaturschriften mit genauen Erläuterungen, Faksimile-Abbildungen, Transkriptionen und Midi-Files, Tabulaturschriften im Vergleich, Rhythmusnotation und Applikatur:

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Alfabeto

Alfabeto

Die Alfabeto-Notation ordnet die Akkorde mit Buchstaben des Alphabets. Diese ist nicht identisch mit der heutigen Zuordnung der Akkordbezeichnungen und richtet sich nicht nach dem tatsächlichen Tonnamen der Akkorde.

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Literaturverzeichnis
 

Allgemeines über die Literatur

Allgemeines über die Literatur

Sammler & Verleger

Einige Tabulaturbücher sind nach Sammler und Verleger bezeichnet. Diese haben Musikstücke gesammelt, aufgeschrieben und schließlich publiziert.

Faksimile

Eine Faksimile-Ausgabe (Reprint) ist eine Nachbildung des Originals.

Transkriptionen

Die meisten Transkriptionen für Laute sind in der französischen Tabulatur und in zwei Notensystemen mit G- und F-Schlüssel (Baßschlüssel) für Laute oder Tasteninstrumente notiert.

Transkriptionen für Gitarre sind meist ohne Tabulaturen in der Standardnotation aufgeschrieben. Die 3. Saite wird um einen Halbton tiefer, nach fis umgestimmt. Somit ergibt sich die sogenannte Lautenstimmung: E   A   d   fis   h   e1

Bearbeitungen

Bearbeitungen für Gitarre sind für die Standardstimmung eingerichtet und somit der Fingersatz oder auch der Notensatz verändert.

Drucke & Handschriften

Die ersten Drucke von Tabulaturbücher, mit sogenannten beweglichen Lettern, stammten von Ottaviano Petrucci (1466-1539). 

Wichtige handschriftliche Tabulaturbücher (Manuskripte) sind bis ca.1620 gefertigt worden und heute über ganz Europa verstreut in den Musen oder Bibliotheken archiviert.

 

 
Renaissancegitarre & Vihuela

Renaissancegitarre & Vihuela

  • Luis MILAN (1502-1561)
    • Libro de musica de vihuela de mano Entitulado El maestro
      (Valencia 1536)
         
  • Francesco da MILANO (1497-1543) (Lautenmeister)
    • Intavolatura de viola o vero lauto (Neapel 1536) 
      (für 6-chörige Laute oder Vihuela)
            
  • Luis de NARVÁEZ (1500-1555)
    Narváez hat, als erster Komponist der Musikgeschichte, Variationen (Diferencias) aufgeschrieben und drucken lassen.
    • Los seys libros del Delphin de música de cifra para tañer vihuela (Valladolid 1538)
           
  • Alonso MUDARRA (1508-1580)
    • Tres Libros de Música en Cifras para Vihuela (Sevilla 1546)
         
  • Diego PISADOR (1509-1557)
    •  Libro de Mùsica de vihuela (Salamanca 1552)
         
  • Pierre PHALÈSE (ca.1510-1573) / Jean BELLÈRE (Verleger)
    • Serlectissima Elegantissimaque (Antwerben 1570)
         
  • Enriquez de VALDERRÁBANO
    • Libero de música para vihuela... (Valladolid 1547)
         
  • Melchiore de BARBERIS (Barberiis) (um 1550)
    • Opera Intitolata Contina (Padua 1549)
            
  • Gillaume M ORLAYE
    • Tabulature de guiterne… (Paris 1550)
    • Livre …reduictes en Tabulature de Guiterne 
      (Paris 1552/53) 4 Bücher
         
  • Adrian Le ROY
    • Briefve et facile instruction ... sur la guiterne (Paris 1551) 
      Lehrbuch
         
  • Adrian Le ROY
    • Briefve et facile instruction ... sur la guiterne (Paris 1551) 
      Lehrbuch
         
  • Robert BALLARD  / Adrian Le ROY
    1549 gründeten Adrian Le Roy mit seinem Vetter Robert Ballard ein Verlagshaus in dem zahlreiche Publikationen erschienen.
    • Livres de Tabulature (1551-1556)  
      5 Bücher mit Tabulaturen für vierchörige Renaissancegitarre
    • Cinquiesme Livre de Guiterre (Paris 1554)
    • Quart Livre de Tabulature de Guiterre (Paris 1553)
      Gitarrenstücke von dem Augsburger Grégoire BRAYSSING
         
  • Simon GORLIER
    • Livre de Tabulature de Guiterne (Lyon1569)
      Le Troysieme Livre (Paris 1551)
         
  • Miguel de FUENLLANA
    • Libro de Música para Vihuela, intitulado Orphenica Lyra 
      (Sevilla 1554)
         
  • Anonym
    • Discours non plus mélancolique (1557)
         
  • Venegas de HENESTROSA
    • Libro en cifra nueva para tecla, arpa y vihuela (Alcalá 1557)
         
  • James ROWBOTHAM (Verleger)
    • The breffe and playne instruction … (London 1568)
         
  • Juan Carlos AMAT (ca.1572-1642)
    • Guiterra Espanola (Barcelona 1586)
         
  • Esteban DAZA
    • Libro de música en cifras para vihuela... (Valladolid 1576)
         
  • Antonio de CABEZON
    • Obras de música para tecla, arpa e vihuela... (Madrid 1578)
         
  • Gironamo GIULIANI
    • Intavolatura de Chitara (Venedig 1589)

 

Barockgitarre

Barockgitarre

  • Luis de BRICENO (um 1600)
    • Metodo mui facillissimo para apreder… (Paris 1626)
         
  • Domenico PELLEGRINI (ca.1610-1662)
    • Armoniosi conceri sopra la chitarra spagnuola (Bologna 1650)
         
  • Angiolo Michele BARTOLOTTI (ca.1615-1696)
    • Libro primo (Florenz 1640)
    • Secondo libro di chitarra (Rom 1655)
         
  • Francesco CORBETTA (ca.1620-1681)
    • La Guitarre Royalle (Paris 1671)
         
  • John PLAYFORD (1623-1676)
    • A book of New Lessons for the Cittern and Gittern (London 1651)
         
  • Giulio BANFI (1630-1670)
    • Il maestro della chitara (Mailand 1653)
         
  • Adelaide di SAVOYA (1636-1696)
    • Manuskript für Barockgitarre ( um 1660)
         
  • Gaspar SANZ (1640-1710)
    • Instruduccion de Musica sobre la guitarra espanola
      (Saragossa 1674)
    • Libro tercero de Musica... (Saragossa 1697)
    • Libro segundo (Saragossa 1675)
         
  • Anonio de SANTA CRUZ
    • Obras para Biguela (Vihuela) hordinaria (um 1650)
         
  • Henry Francois de GALLOT
    Schüler von Corbetta
    • Pieces de Guitarre de differenda Autheura (Paris 1660-84)
         
  • Francesco ASOLI
    • Primi scherzi di chitarra... (Bologna 1674)
    • Concerti harmonici (Bologna 1676)
         
  • Lucas Ruiz de RIBAYAZ
    • Luz y Norte Musical para caminar… (Madrid 1677)
         
  • H. GRÈNERIN
    • Livre de Guitarre (Paris 1680)
         
  • Robert de VISÉE (ca.1660-1720)
    • Livre de Guittarre... (Paris 1682)
    • Livre de Pièces pour la Guittarre (Paris 1686)
    • Pièces de Théorbe et de Luth... (Paris 1716)
            
  • François CAMPION (1680-1748)
    • Nouvelles découvertes sur la guitare" (Paris 1705)
    • Traité d'accompagnement et de composition... (Paris 1716) 
         
  • Francisco GUERAU
    • Poema Harmonico … de la Guitarra Espanola (Madrid 1694)
         
  • Ludovico RONCALLI (ca.1660-1720)
    • Capricci armonici sopra la chitarra spagnuola (Italien 1692)
         
  • José GUERRERO
    • Arte de la Guitarra (Madrid 17. Jh.)

 

Renaissancelaute

Renaissancelaute

  • Francesco SPINACCINO
    •  Intabulatura de Lauto Libero Secondo (Venedig 1507)
      Das älteste, beziehungsweise erste Lautenbuch in dem die Tabulatur gedruckt wurde. (Petrucci)
         
  • Joan Ambrosio DALZA (1483-1533)
    • Intabulatura de Lauto / Petrucci (Venedig 1508)
      Ottaviano Petrucci war ein italienischer Musikverleger und Notendrucker.
    • Intabulatura de Lauto Libero Quarto ( Venedig 1508)
         
  • Arnolt SCHLICK (1455-1525)
    • Tabulaturen etlicher Lobgesang und Lidlein (Mainz 1512)
         
  • Bort. TROMBONCINO
    • Frottolo de Misser Bort. Tromboncino (1520-80)
         
  • Hans JUDENKÜNIG (1445-1526)
    • Ain schone kunstliche underweisung... (Wien 1523)
         
  • Pierre ATTAIGNANT (ca.1500-1552) (Sammler und Verleger)
    • Tres breve et familiere introduction…(Paris 1529)
         
  • Francesco da MILANO (1497-1543)
    • 7 Lautenbücher (Venedig 1536-1548)
    • Intavolatura de viola o vero lauto (Neapel 1536)
    • Intabulatura de Lauto di Francesco Milanese et M. Perino Fiorentino (Venedig 1547)
    • La Intabolatura de Lauto (Venedig 1563)
         
  • Hans GERLE (ca.1500-1570)
    • Musica und Tabulatur ... auch Lautten (Nürnberg 1546)
    • Ein neues künstliches Lautenbuch (1552)
         
  • Hans NEWSIDLER (1508-1563)
    • Seine 8 Lautenbücher wurde damals (1536-1549) von Verleger aus Venedig, Frankfurt und Straßburg publiziert.
    • Ein Newgeordnet Künstlich Lautenbuch  (Nürnberg 1536)  
    • Ein newes Lautenbuchlein (Nürnberg 1540)
    • Das Erste Buch (Nürnberg 1544)
         
  • Vincenzo CAPIROLA (um 1500)
    • Lautenbuch (ca 1517)
            
  • Jiulio ABUDANTE
    • Intabulatura di Liuto (Venedig 1546)
         
  • Antonio ROTTA
    • Intabulatura de Lauto (Venedig 1546)
         
  • Simon GINTZLER
    • Intabolatura de lauto (Venedig 1547)
         
  • Rudolf WYSSENBACH (Verleger)
    • Tabulaturbuch uff die Lutten… (Zürich 1550)
         
  • Albert de RIPPE
    • Premier Livre de Tabulature de Leut (Paris 1552)
         
  • Valentini BAKFARK (Greff Bakfarc) (1507-1576) 
    • Das Lautenbuch von Lyon (1553)
         
  • Joanne MATELART
    • Intavulatura de leuto (Rom 1559)
         
  • Jacomo GORZANIS
    • Intavolatura di Liuto (Triest 1561)
         
  • Vincenzo (Vincentio) GALILEI (1520-1591)
    (Vater des berühmten Galileus Galilei)
    • Libero d'involatura di liuto (Florenz 1584)
    • Fronimo (Venedig 1568)
         
  • Giulio Cesare BARBETTA (1540-1603)
    • Il primo libro dell’intavolatura de liuto (Venedig 1569)
    • Intabolatura di liuto (Venedig 1558)
         
  • Santino GARSI da PARMA (1542-1603)
          
  • Jacob REYS (ca.1545-1605)
          
  • Albert DLUGORAJ (ca.1550-1619)
    • Thysius Lute Booke (Leiden ca.1600)
         
  • Jan Pieterszoon SWEELINCK (1562-1621)
    • Thysius Lute Booke (Leiden ca.1600)
         
  • John DOWLAND (1563-1626)
    (In ganz Europa berühmt, war er wahrscheinlich der größte Lautenspieler seiner Zeit.)
    • Livres d’aire (ab 1597)
         
  • Diomedes CATO (ca.1570-1619)
       
  • Bernhard JOBIN
    • Das Ander Buch (Strassburg 1573)
         
  • Fabritio CAROSO
    • Il Ballarino di M. Fabritio Caroso da Sermoneta ( Venedig 1581)
         
  • Robert JOHNSON (ca.1583-1733)
    • Lautenbuch (London)
         
  • Gabriel FALLAMERO
    • Il primo libro de Intavolatura di Liuto (Venedig 1584)
         
  • Gio. Antonio TERZI
    • Intavolatura di Liutto (Venedig 1593)
         
  • William BARLEY
    • A new Book of Tabliture for the Orpharion (London 1596)
         
  • Simone MOLINARO
    • Intavolatura di liuto di Simone Molinaro Genovese (Venedig 1599)
         
  • Francis CUTTING (um 1600)
    • A new Book of Tabuliture / William Barley (London 1596)
         
  • Baruch BULMANN
    • Laurtenbuch (um 1600)
         
  • Cesare NEGRI
    • La musica della sonata con l’intavolatura di liuto (Milano 1602)
         
  • Jean Baptiste BESARD (Giovanni Battista Besarde) (1567-1625)
    • Thesaurus Harmonicus (Köln 1603)
    • Novus Partus (Augsburg 1617) (Ioannes Baptista Bersardus)
         
  • Thomas ROBINSON
    • The Schoole of Musicks (1603)
         
  • Joachim van den HOVE
    • Delitiae Musica (Utrecht 1603)
         
  • Robert DOWLAND
    • Variete of Lute-Lessons (London 1610)
          
  • Georg Leopold FUHRMANN
    • Testudo Gallo-Germanica (Nürnberg 1615)
         
  • Ernst SCHELE
    • Lautenbuch (Hamburg 1616)
         
  • Michelangelo GALILEI
    • Il Primo Libero d’Intabulatura di Liuto (München 1620)
         
  • Marin MERSENNE (1588-1648)
    • Harmonie universelle (Paris 1636) / Musiktraktat
         
  • Bernardo GIANONCELLI
    • Il liuto Bernardo Gianoncelli detto il Bernardello (Venedig 1650)

 

Lautenisten der Renaissance

  • Adrian DENSS
  • Emanuel ADRIAENSEN
  • Johannes Hieronymus KAPSBERGER

 

Barocklaute

Barocklaute

  • Johann Anton LOGY (Losy) (1650-1721)
    • Tabulaturbuch für 5-chörige Laute
         
  • Johann Sebastian BACH (1685-1750)
    • Werke für Laute
      • Suite g-moll / BWV 995
      • Suite e-moll / BWV 996
      • Partita c-moll / BWV 997
      • Preludium, Fuge und Allegro Es-dur / BWV 998
      • Prelude c-moll / BWV 999
      • Fuge a-moll / BWV 1000 (Französische Tabulatur für Laute)
      • Partita E-dur / BWV 1006a
           
  • Sylvius Leopold WEISS (1685-1750)
    • Lautenmusik
         
  • David KELLER
    • Auserlesene Lautenstücke... (Hamburg 1747)
         
  • Johann Gottfried CONRADI
    • Neue Lautenstücke... (Frankfurt / Oder 1724)

 

Lautenisten des Barock

  • GAULTIER
  • REUSNER

 

Lautenbücher

Lautenbücher

  • Ochsenkhun’s Tabulaturbuch (1558)
  • William Ballet Lute Book (London)
  • Thysius Lute Booke (Leiden ca.1600)
  • The Weld Lute Book (ca.1600)
  • The Jane Pickering Lute Book (England 1616)
  • The Margaret Board Lute Book (ca.1620-35)
  • Mure of Rowallan’s Lute Book (Schottland)
  • The Sampson Lute Book
  • Gordo nof Straloch’s Lute Book (Schottland)    
  • John DOWLAND aus "Dlugoraij"
  • John DOWLAND aus "Rudenio"
  • Anonym aus "Phalèse"
  • Elias MERTEL aus "Fuhrmann"
  • M. ALOYSEN aus "Fuhrmann"
  • Victor de MOMTBUISSON aus "Denss"
  • Anonym aus "Liederbuch Jenenser Stud."

 

Neue Sammlungen & Lautenbücher

Neue Sammlungen & Lautenbücher

  • Lautenspieler des 16. Jahrhunderts
    von Oscar Chilesotti
    Forni Editore Bologna / 1969
       
  • Robert Johnson (1583-1633)
    Complete Works for Solo Lute
    Edited and transcribet by Albert Sundermann
    Oxford University Press  / 1970
       
  • John Dowland (1563-1625)
    The Collected Lute Music of  John Dowland
    transcribed and edited by Diana Poulton and Basil Lam
    Faber Music Limited / 1974
       
  • Lauten-Buch (eines unbekannten deutschen Lautenspielers gegen Ende des 16. Jh.)
    von Oscar Chilesotti
    Arnaldo Forni Editore Bologna / 1974
       
  • Valentini Bakfark (1507-1576) (ungarischer Lautenmeister)
    Opera Omnia / Das Lautenbuch von Lyon (1553)
    Editio Musica Budapest / 1976
       
  • Renaissance Lute
    Diana Poulton / A Tutor for the Renaissance Lute
    Schott-Verlag London / 1991